Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung geht seit Wochen die Frage um, wie lange es dauern wird, bis sich die nächste Pleite einer Krankenkasse anbahnt und welche Kassen als gefährdet einzustufen sind. Immerhin sind sich die meisten Experten darin sicher, dass die City BKK kein Einzelfall bleiben wird – zumal mittlerweile auch die BKK Heilberufe für Schlagzeilen gesorgt hat. Laut Expertenansicht könnten in den kommenden Monaten und Jahren noch viele weitere Kassen unter die Räder kommen. Womöglich werden so viele Fusionen stattfinden, um die Kosten zu senken, dass am Ende sogar eine große Einheitskasse entsteht – so zumindest die Befürchtung einiger Kritiker.

Die „Wirtschaftswoche“ bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Das Wirtschaftsmagazin will aus Kreisen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfahren haben, dass momentan 22 Krankenkassen als akut gefährdet gelten. Um welche Kassen es sich hierbei handelt, bleibt allerdings geheim: Der Spitzenverband hat die Namen der Kassen bewusst zurückgehalten – mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Vermeidung einer Abwanderungswelle, die die Kassen sonst noch stärker gefährden würde.
Die 22 bedrohten Kassen sollen auf rund 28 Mio. Mitglieder kommen. Dies würde bedeuten, dass rund 40 Prozent aller Kassenmitglieder innerhalb der nächsten Jahre erleben könnten, wie es sich anfühlt, unmittelbar von einer Kassenpleite betroffen zu sein.

Als Kassenmitglied selbst zu erkennen, ob die eigene Kasse gefährdet ist, soll nahezu unmöglich sein. Dem Bericht der „Wirtschaftswoche“ ist zu entnehmen, dass die Krankenkassen vergleichsweise dürftiges Zahlenmaterial bezüglich ihrer Finanzen veröffentlichen. Anhand dieser Zahlen sei es schlichtweg nicht möglich, eine unmittelbare finanzielle Gefährdung zu erkennen. Kritiker fordern deshalb eine Verschärfung der Buchführungs- und Bilanzierungsregeln für Krankenkassen.


 

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