Dass die Bundesregierung mit der Gesundheitsreform im Bereich der Krankenversicherungen immer wieder für Wirbel gesorgt hat, daran hat sich Deutschland bereits gewöhnt. Was allerdings gerade bei den geplanten Neuerungen zum 01. Januar 2009 geschieht, gibt der Diskussion in der Politik eine neue Dimension. Ursprünglich hatte die Regierung in Berlin geplant, dass in der privaten Krankenversicherung die Mitglieder über den Basistarif ohne Probleme wechseln und zudem noch einen Teil der Altersrückstellungen mitnehmen können. Für Altkunden sollte der Wechsel im ersten Halbjahr 2009 möglich sein, Neukunden sollten nicht an diese 6-Monatsregelung gebunden werden.

Das große Ziel der Koalition lautete: mehr Wettbewerb. Leider scheinen sich die politischen Parteien hiervon wieder verabschiedet zu haben, denn in der letzten Woche wurden Pläne laut, diese Änderungen in der PKV wieder zu demontieren. Wesentlicher Antrieb dahinter waren sicher die Bemühungen des PKV-Verbandes, der sich für eine Beschneidung des Wechselrechtes stark gemacht hatte. Laut den Plänen der Bundesregierung soll jetzt eine Verordnung nachgelegt werden, die einen Wechsel mit einer Bleibepflicht im Basistarif von zwei Jahren vorsieht. Hintergrund der Auseinandersetzung um den Wechsel der Krankenversicherung ist die Befürchtung einiger großer Versicherungsgesellschaften, dass der Basistarif von vielen Verbrauchern als reiner Wechseltarif benutzt wird, um mit diesem in eine billigere Krankenversicherung zu kommen.

Allerdings regt sich aus den Reihen der privaten Krankenversicherung auch Widerstand gegen diese Regelung, denn gerade kleinere und aufstrebende Gesellschaften fürchten um neue Kunden, denn wer mit einer privaten Krankenvollversicherung lässt sich schon gern im Basistarif für zwei Jahre knebeln. Bis zum endgültigen in Kraft treten des Basistarifs sind also noch einige Änderungen möglich.


 

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