Am vergangenen Mittwoch hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein entscheidendes Urteil gesprochen, das tausende von Allianz PKV-Vrsicherten erfreuen dürfte und zugleich eine Warnung an andere Versicherer darstellt. Das Gericht hatte entschieden, dass die Allianz nicht dazu berechtigt ist, bei bestehenden PKV-Kunden einen Tarifzuschlag zu erheben, sollten diese einen internen Tarifwechsel vornehmen.

Als der Versicherer seinen Tarif „Aktimed“ einführte, wollten zahlreiche Versicherungsnehmer einen internen Versicherungswechsel vornehmen. Der Hintergrund ist simpel: Durch den Tarifwechsel erhalten sie die Möglichkeit, ihren Versicherungsbeitrag zu senken. Weil der Tarif angeblich vollkommen anders kalkuliert sei, wurde ein Tarifzuschlag erhoben. Der Zuschlag sorgte im Endeffekt dafür, dass der Versicherungsbeitrag signifikant in die Höhe kletterte und somit den Wechsel weniger attraktiv werden ließ. Neukunden konnten sich hingegen deutlich günstiger versichern.

Versicherungsnehmer hatten daraufhin gegen den Versicherer geklagt und nun Recht erhalten. Wie schon erwähnt wurde, ist der PKV-Anbieter nicht dazu berechtigt, den Zuschlag zu erheben. Bereits kurz nach der Urteilsverkündung gab der Versicherer bekannt, dass die bisher geleisteten Tarifzuschläge erstattet werden. Die Versicherungsnehmer müssen sich deshalb nicht mit dem Versicherer in Verbindung setzen – stattdessen wird eine automatische Erstattung vorgenommen.

Zugleich machte der Versicherer deutlich, dass eine neue Kalkulationsbasis gefunden werden muss. Auf einen dauerhaft niedrigeren PKV-Beitrag können die Wechsler daher nicht hoffen. Wie der Versicherer mitteilte, werden die Kosten nun auf alle Versicherungsnehmer bzw. auf Bestandskunden und Neukunden umgelegt. Inwiefern die Beiträge für den Aktimed PKV-Tarif steigen werden, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Voraussichtlich wird es noch ein paar Wochen dauern, bis zu diesem Thema konkrete Informationen vorliegen.


 

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