Vor ein paar Monaten sah sich die private Krankenversicherung der Allianz dazu gezwungen, die gut laufenden AktiMed-Tarife vom Markt zu nehmen. Der Versicherer hatte es sich erlaubt, eine zu gewagte Kalkulation der Tarife vorzunehmen. Gleich von zwei Seiten gab es Schwierigkeiten: Zum einen war die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) mit der Kalkulation der Altersrückstellungen nicht einverstanden, zum anderen gab es erboste Versicherungsnehmer, die Beitragsaufschläge entrichten mussten.

Die BaFin sah ein großes Problem darin, dass die AktiMed PKV-Tarife keine allzu großen Altersrückstellungen bildeten. Kurzfristig mag dies für den Versicherungsnehmer von Vorteil sein, da er von einem niedrigen Versicherungsbeitrag profitiert. Doch auf lange Sicht wird der Versicherer die Beiträge erhöhen müssen, was die Versicherungsnehmer mit zunehmendem Alter dann umso mehr zu spüren bekommen.
Bei den Streitigkeiten mit den Versicherungsnehmern sah die Lage noch schlimmer aus. Einzelne Versicherungsnehmer zogen vor Gericht, um eine Gleichbehandlung zu erstreiten: Neukunden konnten sich in den Tarifen günstiger als Bestandskunden, die von einem alten PKV-Tarif in den AktiMed Tarif wechselten, versichern. Letztlich führten all diese Streitigkeiten dazu, dass die Allianz dazu gezwungen war, ihre PKV-Tarife einzustellen und zu überarbeiten.

Fortan sind die AktiMed Tarife wieder erhältlich – allerdings in überarbeiteter Form. Die bisherigen Problempunkte wurden vom Versicherer angegangen und beseitigt. Eine überarbeitete Kostenstruktur soll sicherstellen, dass die Beiträge mit zunehmendem Alter der Versicherungsnehmer nicht mehr so enorm anziehen. Außerdem müssen Tarifwechsler den sogenannten Tarifstrukturzuschlag nicht mehr entrichten. Die neuen Tarife sehen eine Gleichbehandlung aller Versicherten vor, die im Endeffekt über den Beitrag erkauft wird: Alle Versicherungsnehmer zahlen nun einen ca. 12 Prozent höheren Beitrag.


 

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