Fallende Zinsen

Leider entscheiden sich Bauherren und Käufer viel zu oft für Immobiliendarlehen von der Stange. Doch der Klassiker mit 10 Jahren Zinsbindung und 1 Prozent Tilgung ist nicht immer die passende Wahl. Meist werden solche Immobiliendarlehen nur gewählt, weil die Gestaltung der Finanzierung komplex ist und viele angehende Darlehensnehmer kein Interesse daran haben, sich damit näher auseinanderzusetzen.

Dennoch ist es ratsam, diesen Weg zu gehen oder sich alternativ von einem unabhängigen Experten beraten zu lassen. Denn eine optimal gestaltete Baufinanzierung verspricht enorme Vorteile, wie z.B. eine satte Ersparnis und mehr finanzielle Flexibilität. Deshalb schadet es nicht, sich mit einzelnen Aspekten der Finanzierung näher zu beschäftigen, wie u.a. der anfänglichen Tilgung. Im heutigen Beitrag möchten wir zeigen, was beim Thema Tilgungssatz zu beachten ist.

Die anfängliche Tilgung

Der sogenannte Tilgungssatz legt die anfängliche Tilgung fest. Angenommen der Tilgungssatz beträgt 1 Prozent und die Darlehenssumme 100.000 Euro. In diesem Fall würde die anfängliche Tilgung bei einem Prozent der Darlehenssumme, also 1.000 Euro liegen – pro Jahr! Der Tilgungsanteil der ersten Monatsrate würde 1.000 Euro / 12 Monate = 83,33 Euro betragen.

Aufgrund der Tatsache, dass sich mit jeder geleisteten Rate die Restschuld des Darlehens verringert, die Monatsrate jedoch gleich hoch bleibt, nimmt die Tilgung im Lauf der Zeit zu. Allerdings steigt sie relativ langsam am. Unter Berücksichtigung des aktuellen Zinsniveaus würde die Rückzahlung des gesamten Darlehens aus dem Beispiel (1 Prozent anfängliche Tilgung) mehr als 40 Jahre dauern.

In Anbetracht eines solch langen Zeitraums sollten angehende Darlehensnehmer eine höhere anfängliche Tilgung anstreben. Selbst wenn der Tilgungssatz nur ein halbes Prozent höher liegt, wird die Gesamtdauer der Finanzierung um mehrere Jahre verkürzt.

Die Monatsrate muss tragbar sein

Natürlich gibt es auch Darlehensnehmer, die eine besonders schnelle Rückzahlung ihres Immobiliendarlehens anstreben und deshalb eine möglichst hohe Anfangstilgung wählen. Prinzipiell ist solch eine Entscheidung zu begrüßen. Allerdings ist die Ratenhöhe nicht außer Acht zu lassen. Eine Rate, welche die Haushaltskasse stark belastet, macht auf Dauer keinen Sinn. Es ist letztlich nur eine Frage der Zeit, bis Geld für andere Dinge benötigt wird, um beispielsweise ein anderes Auto zu kaufen oder mal wieder Urlaub zu machen.

Deshalb ist es im Zweifelsfall besser, einen nicht ganz so hohen Tilgungssatz zu wählen. So bleibt die Monatsrate überschaubar. Zumal die Rückzahlung auch durch Leistung von Sondertilgungen beschleunigt werden kann. Bei den meisten Finanzierungsangeboten sind Sondertilgungen zulässig. Entscheidend ist nur, dass der Darlehensnehmer von dieser Möglichkeit auch tatsächlich Gebrauch macht.

Übrigens bieten viele Banken sogenannte Volltilgerdarlehen an. Diese Darlehen sind so konzipiert, dass bis zum Ende der Zinsbindung eine vollständige Rückzahlung erfolgt. Die Banken mögen es, wenn sich Kunden für diese Finanzierungsvariante entscheiden. Häufig lockt deshalb ein kleiner Zinsvorteil, der sich auf die Jahre gerechnet durchaus summieren kann. Wer hoch und schnell tilgen möchte, sollte sich deshalb gezielt nach der Möglichkeit eines Volltilgerdarlehens erkundigen.

Ihre Finanzierung optimal gestalten

Niemand ist beim Gestalten seiner Baufinanzierung auf sich selbst gestellt. Unsere Experten bieten eine unabhängige Beratung rund um die Immobilienfinanzierung an. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihre Darlehen im Detail abzustimmen, damit auch Sie von niedrigen Zinsen sowie einer hohen Flexibilität profitieren. Ihre Anfrage ist selbstverständlich kostenfrei und unverbindlich, Sie können am Ende frei entscheiden, ob und über wen Sie finanzieren.

 

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