Im vergangenen Jahr haben Bauherren und Immobilienkäufer sehr häufig den Tipp erhalten, bei der Immobilienfinanzierung auf Darlehen mit einer langen Zinsbindung zu setzen. Dieses Vorgehen gilt auch für das neue Jahr als empfehlenswert, weil Darlehensnehmer nach wie vor von langen Zinsbindungen profitieren können.

Die Zinsbindung bestimmt, wie lange der Zinssatz fest vereinbart ist, zu dem der Darlehensbetrag verzinst wird. Die meisten Banken empfehlen eine Zinsfestschreibungsdauer von 10 Jahren. Dies ist jedoch keine lange Zinsbindung – eine langfristige Zinsfestschreibung beträgt mindestens 15 Jahre, wobei es je nach Bank möglich ist, auch Zeiträume von 20 oder gar 25 Jahren zu wählen.

Nun ist den meisten Interessenten sicherlich aufgefallen, dass die Hypothekenzinsen gegen Ende des vergangenen Jahres deutlich angestiegen sind und deshalb eine lange Zinsfestschreibung nicht mehr so empfehlenswert erscheint. Allerdings kann dieses Argument leicht entkräftet werden: Auch die aktuellen Zinssätze für Immobiliendarlehen gelten immer noch als vergleichsweise günstig, sodass eine lange Sicherung der Konditionen sinnvoll ist – zumindest gilt dies für private Haushalt, die sich nicht in der Lage befinden, ihr Darlehen innerhalb von 15 Jahren vollständig zu tilgen.

Im Übrigen ist davon auszugehen, dass die Hypothekenzinsen auf lange Sicht weiterhin steigen werden. Die Notenbanken werden ihre Zinspolitik langfristig ändern müssen, wodurch es zwangsläufig zu einem Anstieg der Marktzinsen kommt – vor allem in Deutschland ist mit weiteren Zinsanstiegen zu rechnen, weil die Konjunktur stärker als gedacht angezogen hat. Zudem ist damit zu rechnen, dass Bankkunden die ausstehende Erhöhung der Leitzinsen deutlich schneller zu spüren bekommen werden als Sparer und Anleger.

Darüber hinaus besteht im Hinblick auf lange Zinsbindungen kein Grund zur Sorge: Sollten die Zinssätze in 10 Jahren tatsächlich günstiger als heute sein, macht man einfach Gebrauch vom gesetzlichen Sonderkündigungsrecht, das nach 10 Jahren greift.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share