Die Bauzinsen haben ein neues Allzeittief erreicht: So günstig ist Baugeld noch nie zuvor gewesen. Dies ist besonders für diejenigen attraktiv, mit einem vergleichsweise niedrigen Einkommen auszukommen haben. Aufgrund der niedrigen Zinsen sind die Darlehensraten nicht besonders hoch bemessen, sodass eine Finanzierung sicher zu stemmen ist.

Allerdings birgt die Baufinanzierung mit einem niedrigen Einkommen auch gewisse Risiken. Hierzu zählt vor allem die Risiko des langsamen Restschuldabtrags. Viele Banken setzen nämlich lediglich eine Mindesttilgung voraus, die bei einem Prozent liegt. Etliche Darlehensnehmer nutzen wiederum diese Möglichkeit. Es wird bewusst eine niedrige Tilgung festgesetzt, damit die Darlehensrate überschaubar bleibt.

Ist die anfängliche Tilgung sehr niedrig bemessen, so kann dies später zu einem Problem werden. Die Ursache ist der äußerst langsame Abtrag der Restschuld. Innerhalb der ersten zehn Jahre werden etwas elf Prozent der Restschuld abgetragen. In anderen Worten: Nach langen zehn Jahren liegt die Restschuld immer noch bei 89 Prozent. Dementsprechend ist das Risiko hoch bemessen, dass das Immobiliendarlehen noch im Rentenalter zurückgezahlt werden muss.

Es gibt noch ein weiteres Problem. Gemeint ist das so genannte Prolongatonsrisiko: Wer eine kurze Zinsbindung wählt, muss schon bald eine Anschlussfinanzierung vornehmen. Sollten die Hypothekenzinsen bis dahin angezogen haben, kann sich die Finanzierung maßgeblich verteuern und ist womöglich nicht mehr stemmbar.

Aufgrund all dieser Risiken ist es empfehlenswert, bewusst mit einer höheren Tilgung zu starten. Gerade weil die Bauzinsen derzeit so niedrig sind, ist es meist gar nicht nicht schwierig, die anfängliche Tilgung um ein oder zwei Prozent zu erhöhen. Die Darlehensrate ist dann meist immer noch stemmbar – zugleich führt sie zu einen deutlich schnelleren Abbau der Restschuld, was auf lange Sicht von großem Vorteil ist.


 

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