Vorbei sind die Zeiten, in denen der Ehebund ein Leben lang gehalten hat. In Deutschland wird mittlerweile fast jede zweite Ehe geschieden – und das im Schnitt sogar noch vor dem verflixten siebten Jahr.

Unter den zahlreichen Personen, die in Scheidung leben, befinden sich viele Eigenheimbesitzer. Abbezahlt sind die Objekte aber längst nicht immer, ganz häufig gilt es noch stattliche Immobiliendarlehen zu bedienen. Die stellen in solch einer Situation jedoch eher eine Belastung dar, weshalb sich viele Betroffene die Frage stellen, ob sie nicht einfach aussteigen können.

Allerdings ist ein Ausstieg aufgrund der Scheidung bei weitem nicht so leicht möglich, wie sich dies die meisten Leute vorstellen. Immerhin wurde mit der Bank ein Vertrag geschlossen, an den es sich zu halten gilt. Verstöße gegen den Vertrag stellen keine Option dar, sie würden hohe Kosten nach sich ziehen – und selbst wenn die Bank einverstanden ist, gilt es eine Vorfälligkeitsentschädigung zu entrichten, die sich oft auf einen hohen Betrag beläuft.

Wer die Raten weiterhin zu begleichen hat, lässt sich verallgemeinert nicht sagen. Wer hier eine konkrete Antwort sucht, muss leider enttäuscht werden. Wie es mit der Baufinanzierung im Falle einer Scheidung weitergeht, lässt sich so pauschal nicht sagen. Es kommt ganz auf die jeweilige Situation an. Im Optimalfall können sich beide Partner auf gemeinsame Lösung verständigen, andernfalls muss diese Frage auf dem Rechtsweg geklärt werden. Genau gleich verhält es sich übrigens mit der Frage, wer letztlich die Immobilie zugesprochen bekommt. Diesbezüglich ist es so, dass es vor allem darauf ankommt, wer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist und welcher Güterstand zwischen den Eheleuten besteht.

Zum Thema Finanzierung ist anzumerken, dass wenigstens die Möglichkeit besteht, Vorsorge zu leisten. Einige Banken bieten ihre Darlehen in Verbindung mit einem so genannten Vorfälligkeitsschutz an. Dieser gestattet einen Ausstieg aus der Finanzierung, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung zu entrichten ist. Er greift bei Härtefällen, die im Vorfeld definiert wurden. Je nach Bank kann auch die Scheidung solch ein Härtefall sein.


 

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