Noch bleibt genau ein Monat, bis am 01. Januar 2009 die neuen Änderungen der Gesundheitsreform in Kraft treten. Für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind die Regelungen unter anderem mit einer Anhebung der Beiträge verbunden. In der privaten Krankenversicherung bedeutet der Jahreswechsel den Startschuss zur Einführung des neuen Basistarifs. Genau dieser droht aber für alle Versicherten zu einer teuren Mogelpackung und für die Bundesregierung zur bitteren Pille zu werden. Volker Leienbach, der Direktor des PKV-Verbandes, geht auch für die jüngeren Versicherten von einem Beitrag im Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenze aus.

Schuld sind vor allem Festlegungen zur Gebührenhöhe, falls es zwischen Versicherern und Ärzteverbänden zu keiner Einigung kommt. In diesem Fall sollen der Besuch beim Arzt mit dem 1,8-fachen Gebührensatz und die Untersuchungen beim Zahnarzt mit dem 2-fachen der Gebührenordnung abgerechnet werden können. Gegenüber der GKV, dessen Gegenstück der Basistarif eigentlich sein sollte, fallen die Rechnungskosten damit deutlich höher als gedacht aus. Aber nicht nur deshalb sollte sich ein 30-jähriger Versicherter im Basistarif auf Beiträge von bis zu 590 Euro einstellen.

Auch die Umlage der Kosten für alle Mitglieder aus dem im Moment gültigen Standardtarif treibt den Aufwand zusätzlich in die Höhe, da alle Ausgaben auf die Versicherten umgelegt werden. Vor dem Hintergrund, dass mit dem Basistarif günstige Möglichkeiten zur Rückkehr in die private Krankenversicherung und eine Umsetzung der Versicherungspflicht geschaffen werden sollten, dürfte die Prognose des PKV-Verbandes für alle Beitragszahler wie ein Schlag ins Gesicht wirken. Die Wirkung des Basistarifes wird sich damit noch weiter reduzieren, denn in Kombination mit einer Mindestverweildauer von 18 Monaten wirkt die neue Regelung sicher nicht gerade einladend.


 

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