In der vergangenen Woche wurde hier im Blog aufgezeigt, wie sich angehende Darlehensnehmer mit Hilfe sogenannter Tranchen in der Lage befinden, die Zinsbelastung ihrer Baufinanzierung zu verringern. Das Prinzip ist einfach: Das Immobiliendarlehen wird in zwei Tranchen (Darlehensteile) aufgeteilt, die mit unterschiedlicher Zinsbindung abgeschlossen werden. Die kleinere Tranche wird mit einer vergleichsweise kurzen Zinsbindung abgeschlossen, um somit in den Genuss eines besseren Zinssatzes zu gelangen.

Diese Vorgehensweise ist inzwischen sehr stark verbreitet: Zunehmend mehr Darlehensnehmer entscheiden sich für diese Möglichkeit. Allerdings wird oftmals übersehen, dass die Aufteilung eines Immobiliendarlehens schnell dazu führen kann, dass man sich im schlimmsten Fall dauerhaft an den Darlehensgeber bindet. Grund sind die unterschiedlichen Zinsbindungen der einzelnen Tranchen: Weil diese jeweils zu anderen Zeitpunkten auslaufen und somit einzeln umgeschuldet werden müssen, ist der Wechsel zu einer anderen Bank nicht mehr möglich: Bei der klassischen Umschuldung wird nämlich das gesamte Darlehen abgelöst.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass man bei der Darlehensaufteilung sehr gezielt vorgeht. Wie im damaligen Beitrag empfohlen, sollte lediglich eine und am besten kleine Tranche mit kurzer Laufzeit gewählt werden: Weil nur ein vergleichsweise kleiner Darlehensteil mit anderer Zinsbindung abgeschlossen wird, ist man als Darlehensnehmer immer noch vergleichsweise flexibel – unter anderem weil die Tranche notfalls am Ende der Zinsbindung auch vollständig mit Eigenkapital abgelöst werden kann. Oder man wählt bei der ersten Anschlussfinanzierung dieser Tranche eine Zinsbindung, die exakt auf den größeren Darlehensteil abgestimmt ist. Somit laufen letztendlich beide Tranchen zum selben Zeitpunkt aus, wodurch die Möglichkeit besteht, eine klassische Umschuldung vorzunehmen und den Darlehensgeber zu wechseln.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share