Im Bereich der Immobilienfinanzierung geht es für gewöhnlich um große Summen: Die meisten Immobilienkäufer nehmen Darlehen in Höhe von durchschnittlich 150.000 Euro auf – Bauherren sogar noch mehr. Bei solch hohen Darlehensbeträgen können sich bereits geringfügige Unterschiede beim Zinssatz sehr deutlich auswirken. Ein Unterschied von einem Zehntel kann hinsichtlich der gesamten Finanzierungsdauer zu einer Mehrbelastung in Höhe mehrerer tausend Euro führen.

Nun ist es so, dass sich die Zinssätze für einzelne Darlehensarten augenblicklich sehr unterscheiden. Dies trifft insbesondere für variable Darlehen zu: Sie gelten derzeit als besonders günstig. Der Zinsvorteil gegenüber Darlehen, die einer Zinsbindung unterliegen, fällt sehr deutlich aus – je nach Konstellation kann ein variables Darlehen um einen ganzen Prozentpunkt günstiger sein. Im Hinblick auf die Finanzierungsdauer ließen sich somit etliche tausend Euro an Zinsleistungen einsparen.

Dennoch sind die meisten Immobilienkäufer und Bauherren sehr gut damit beraten, ihre Finger von entsprechenden Darlehen zu lassen. Variable Darlehen tragen ihre Bezeichnung nicht umsonst: Der Zinssatz ist variabel und wird deshalb immer wieder neu an die Zinsmärkte angepasst. Die Anpassung erfolgt üblicherweise jedes Vierteljahr: Sollten die Zinsmärkte steigen, erfolgt eine Erhöhung des Zinssatzes. Bei einem fortlaufenden Zinsanstieg, könnte die Finanzierung somit äußerst kostspielig werden: Darlehen dieser Art waren es, die in den USA die Finanzkrise verursacht haben. Die Zinsen sind immer weiter gestiegen, bis die Hauseigentümer die Raten nicht mehr aufbringen konnten.

Dem Großteil der angehenden Darlehensnehmer muss daher empfohlen werden, sich für den Abschluss eines konventionellen Annuitätendarlehens mit langer Zinsbindung zu entscheiden und somit ein Zinsrisiko auszuschließen.


 

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