In den letzten Tagen wurden mehrere Beiträge in Finanzblogs veröffentlicht, in denen die Bedeutung der Sondertilgungsoption bei der Baufinanzierung unterstrichen wurde. Laut Ansicht einiger Autoren ist es enorm wichtig, über die Möglichkeit zu verfügen, hohe Sondertilgungen leisten zu können. Allerdings sollte dieser Punkt nicht überschätzt werden: Ob tatsächlich ein Recht auf hohe Sondertilgungszahlungen benötigt wird, hängt ganz vom persönlichen Bedarf ab.

Zumeist besteht dieser Bedarf nicht: Als Darlehensnehmer muss man nämlich erst einmal über die Möglichkeit verfügen, ergänzende Tilgungsleistungen in entsprechender Höhe zu erbringen. Viele Banken setzen ohnehin einen Mindesttilgungsbetrag in Höhe von 1.500 bis 2.000 Euro voraus, damit Sondertilgungen überhaupt geleistet werden können. Darüber hinaus gilt oftmals eine enorme Einschränkung: Sondertilgungen dürfen nicht zur vorzeitigen Rückzahlung des Darlehens führen. Sobald eine Sondertilgungen dazu führen würde, dass es zur Verkürzung der Laufzeit kommt, kann sie nicht getätigt werden. Dementsprechend ist es auch gar nicht so hilfreich, ein Recht auf Sondertilgungen in unbegrenzter Höhe zu vereinbaren: Im Endeffekt kann dieses Recht nur eingeschränkt genutzt werden. Die üblichen fünf bis zehn Prozent reichen daher im Normalfall vollkommen aus.

Wer sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden kann und mehr Flexibilität wünscht, sollte im ersten Schritt prüfen, welche Laufzeit bzw. Zinsbindung benötigt wird, um hohe Sondertilgungen leisten zu können. Hier gilt: Länger die Zinsbindung, desto weniger sind hohe Sondertilgungszahlungen möglich. Sofern man besonders hohe Tilgungsleistungen plant, bleibt unter Umständen gar keine andere Möglichkeit als auf ein variables Darlehen zu setzen. Allerdings wäre dann keine Zinssicherheit mehr gegeben.


 

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