Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Schwarzarbeit in Deutschland nach wie vor boomt. Vor allem auf den Bau wird gerne schwarz gearbeitet – zahlreiche Bauherren beschäftigen Personen bewusst schwarz, um somit ihre Kosten zu senken und schlussendlich viel Geld zu sparen.

Nun kann es allerdings passieren, dass Schwarzarbeiter pfuschen und somit den Anforderungen ihrer Auftraggeber nicht gerecht werden. In früheren Jahren war dies ein sehr strittiges Thema, das häufiger vor Gericht verhandelt wurde. Die Schwarzarbeiter hatten dann Pech, weil sich die Auftraggeber in der Lage befanden, Haftungsansprüche gegen sie geltend zu machen.

Doch damit ist jetzt Schluss. Kürzlich wurde ein entsprechender Fall vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Konkret ging es um einen Hof, der von einem Schwarzarbeiter gepflastert wurde. Aufgrund der schlechten Ausführung der Arbeit sah sich der Auftraggeber dazu gezwungen, einen Handwerksbetrieb einzuschalten, wodurch äußerst hohe Zusatzkosten entstanden sind, die ein Vielfaches der vorherigen Bezahlung betrugen.

Die Richter des BGH waren sich einig: Aufgrund des 2004 verabschiedeten Gesetzes zur Eindämmung von Schwarzarbeit, befindet sich der Kläger nicht in der Lage, einen Haftungsanspruch geltend zu machen. Verträge über Schwarzarbeit sind gesetzlich nicht gestattet, weshalb der Kläger selbst keine Ansprüche geltend machen kann.

Angesichts dieses Urteils sollten sich Bauherren ihre Entscheidungen gut überlegen. Man stelle sich nur vor, es wird in kritischen Bereichen gepfuscht – womöglich entstehen später ungemein hohe Kosten, die es aus eigener Tasche zu tragen gilt. Angesichts dieses Risikos ist es besser, nicht auf Schwarzarbeit zu setzen. Zumal die längst nicht das einzige Problem ist: Nicht nur diejenigen, die Einkommen nicht versteuern, können hart bestraft werden. Für die Auftraggeber gilt letztlich dasselbe.

 

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