Nach dem Ende des Arbeitslebens im eigenen Haus wohnen – das zählt für viele Verbraucher in Deutschland immer noch zu den großen Zielen im Leben. Und um sich diesen Traum auch erfüllen zu können, verschulden sich junge Familien früh mit einer Baufinanzierung. Was in den ersten Jahren nach dem Einzug immer noch wohnlich und gemütlich wirkt, entspricht nach einiger Zeit nicht mehr dem Geschmack der Bewohner. In einem solchen Fall wird eine Modernisierung notwendig. Wer als Hausbesitzer über ausreichend handwerkliches Geschick verfügt, kann die notwendigen Arbeiten durchaus in eigener Regie durchführen. Alle anderen Eigenheimbesitzer, die sich nicht als Mann fürs Grobe eignen, bleibt an dieser Stelle nur ein Handwerker.

Da diese Fremdleistungen mitunter sehr kostspielig werden können, sind zum Beispiel Fehler im neuen Fußbodenbelag umso ärgerlicher. Allerdings sollten Betroffene hier in jedem Fall ihr Temperament zügeln und sich nicht sofort auf einen Baumangel berufen. Wie der Bundesgerichtshof (BGH) erst kürzlich entschieden hat, muss der Handwerker nicht in jedem Fall für seine Arbeit haften. Entsteht etwa durch einen Fehler im Material der Mangel, so besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Bauherr auf den zusätzlichen Kosten für die Mangelbeseitigung sitzen bleibt. Entscheidend ist die Frage, ob der Handwerker den späteren Fehler auch wirklich zu vertreten hat.

Im vorliegenden Fall wurden die Arbeiten selbst korrekt ausgeführt, lediglich das verwendete Material wies einen Produktionsfehler auf, der selbst vom Handwerker unentdeckt blieb. Einzig der Händler wurde zum Schadenersatz der mangelhaften Ware verpflichtet und musste einen fehlerlosen Bodenbelag zur Verfügung stellen – den Handwerker durfte der Kläger letzten Endes selbst bezahlen.


 

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