Wer darüber nachdenkt, Eigenkapital für die eigenen vier Wände anzusparen, zieht meist den klassischen Bausparvertrag als erstes in Betracht. Das Prinzip einer Bausparkasse ist einfach: Zunächst wird in einen Vertrag Guthaben einbezahlt, das sehr gering verzinst wird. Dann wird dieses Guthaben zusammen mit einem ebenfalls zinsgünstigen Kredit zwecks Immobilienfinanzierung dem Inhaber des Bausparvertrages zur Verfügung gestellt. In Zeiten der Finanzkrise erfreut sich das konservative Produkt Bausparen deshalb wieder steigender Resonanz – zu Unrecht, wie viele Experten meinen.

Bausparverträge sind nicht unbedingt ein gutes Geschäft. Zum einen werden die einbezahlten Beträge nur sehr niedrig verzinst. Zum anderen sind die Bauspardarlehen oft kaum günstiger als gewöhnliche Hypothekenfinanzierungen. In vielen Tarifen müssen vier Prozent Zinsen gezahlt werden. Zu diesen Konditionen lässt sich zumindest derzeit auch am freien Markt ein Darlehen bekommen. Darüber hinaus stehen Kredite aus Programmen der öffentlichen Hand zur Verfügung, die ebenfalls sehr günstig sind. Wer sein Erspartes nicht in einen Bausparvertrag, sondern auf ein simples Tagesgeldkonto einzahlt, kommt mitunter besser weg: Vier bis fünf Prozent Zinsen lassen die Ersparnisse schneller wachsen und ein günstiger Kredit findet sich auch so.

An der Differenz zwischen Soll- und Habenzins eines Bausparvertrages lässt sich sehen, dass im Vergleich zum Ansparen auf einem Sparkonto und der Aufnahme eines normalen Kredites Vertragsinhaber keineswegs gut wegkommen. Darüber hinaus muss beim Abschluss eines Bausparvertrages die Abschlussgebühr entrichtet werden – zwei Prozent der Guthabensumme. Tagesgeldkonten hingegen sind gänzlich kostenfrei. Ein Bausparvertrag mit geringem Volumen, der dazu dient, staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie in Anspruch zu nehmen, ist selbstredend immer empfehlenswert.


 

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