Versicherungen werden nicht grundlos abgeschlossen, im Ernstfall möchte man sich auf sie verlassen können. Doch ob ein Versicherer tatsächlich zahlt, hängt auch davon ab, wie sich der Versicherer gegenüber seinem Anbieter verhält. Ein aktuelles Gerichtsurteil bestätigt, dass Versicherer auf die Leistung einer Entschädigungszahlung verzichten dürfen, sofern die Versicherungsnehmer falsche Angaben machen.

Im besagten Fall ging es um einen Schaden, der aufgrund eines kleinen Brandes entstand. Im Mittelpunkt steht ein Kochfeld, auf dem sich ein Topf mit Lebensmitteln befand. Der Versicherungsnehmer vergaß, dass eine Herdplatte noch eingeschaltet war. Daraufhin entwickelte sich sehr viel Rauch, der einen Schaden am Gebäude hervorrief. Die Kosten des Schadens, die im unteren fünfstelligen Bereich angesiedelt sind, wollte sich der Versicherungsnehmer von seiner Gebäudeversicherung erstatten lassen.

Er wusste allerdings genau, dass er fahrlässig gehandelt hatte und der Versicherer deshalb eine Kürzung des Entschädigungsbetrags vornehmen könne. Als Folge traf er die Entscheidung, bei der Schadensmeldung zu flunkern. Anstatt seinen Fehler einzugestehen, verwies er auf das angeblich defekte Kochfeld. Trotz gezielter Nachfrage durch den Versicherer wollte er bei dieser Version bleiben.

Die Spezialisten des Versicherers kamen jedoch zu einem anderen Schluss, sodass der Versicherungsnehmer am Ende seine falschen Angaben bestand – und daraufhin wollte der Versicherer dann gar nicht mehr zahlen. Der Versicherungsnehmer zog vor Gericht, der Fall wurde vor dem OLG Oldenburg verhandelt. Das Urteil, das erst im vergangenen Monat gesprochen wurde, bestätigt die Verfahrensweise des Versicherers. Laut dem Gericht muss der Versicherer ein solches Verhalten nicht tolerieren und darf deshalb die Leistung einer Entschädigungszahlung verweigern. Für den Versicherungsnehmer wäre es folglich besser gewesen, gleich von Beginn an die Wahrheit zu sagen.

 

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