In der vergangenen Woche hat das Kabinett die Beitragsbemessungsgrenzen für das kommende Jahr festgelegt. Zwar muss der Bundesrat noch zustimmen, allerdings gilt die Zustimmung als gewiss. Nachfolgend möchten wir die Auswirkungen auf die Krankenversicherung verdeutlichen.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung gibt an, bis zu welcher Höhe ein Einkommen als Grundlage zur Ermittlung des Beitrags herangezogen wird. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Beitrag nämlich an das Einkommen gekoppelt: Je besser ein Kassenmitglied verdient, desto höher der Beitrag. Allerdings gibt es eine Deckelung, die so genannte Beitragsbemessungsgrenze. Sie legt fest, wann der Höchstbeitrag in der Krankenversicherung erreicht ist.

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze wurde mit 4.050 Euro festgelegt. Wird diese mit dem gegenwärtigen Beitragssatz von 15,5 Prozent multipliziert, so ergibt sich daraus ein monatlicher Höchstbeitrag von 627.75 Euro. Gegenüber dem bisherigen Höchstwert von 610 Euro ist somit eine erneute Erhöhung festzustellen.

Neben der Beitragsbemessungsgrenze wurde außerdem die Versicherungspflichtgrenze angehoben. Sie beläuft sich ab dem nächsten Jahr auf 4.462,50 Euro: Ein Arbeitnehmer muss mindestens diesen Betrag im Monat brutto verdienen, damit er in der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwilliges Mitglied geführt wird. Sobald dies der Fall ist, verfügt er zumindest aus rechtlicher Sicht über die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Auf das Jahr gerechnet liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 53.550 Euro.

Angesichts dieser Entwicklung wird es wieder ein wenig schwieriger, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln. Dennoch weiß das Kabinett die Erhöhung zu rechtfertigen: Weil die Einkommen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 2,8 Prozent gestiegen sind, ist die Anhebung gerechtfertigt.


 

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