An der Börse kann es nicht immer nur bergauf gehen. In den letzten Wochen wurde sehr gut deutlich, wie schnell und vor allem auch wie stark die Kurse einzelner Aktien unter die Räder gelangen können. Dasselbe gilt für starke Indizes wie beispielsweise den DAX: Innerhalb weniger Wochen musste der deutsche Leitindex ordentlich Federn lassen. Erst am Freitag gab er kurz vor Handelsschluss noch einmal richtig kräftig nach.

Immobilieneigentümer, die Aktienfonds in ihre Baufinanzierung integriert haben, dürften sich über diese Entwicklung nicht gerade freuen. Schließlich bedeuten fallende Aktienkurse, dass sich ihre finanziellen Rücklagen verringern. Dabei sind die Rücklagen immens wichtig, schließlich sollen sie eines Tages verwendet werden, um den Darlehensbetrag abzulösen.
In der Praxis trifft man auf derartige Finanzierungskonstrukte zwar eher selten, aber dennoch stellen Experten fest, dass der Anteil entsprechender Finanzierungen deutlich gestiegen ist. Vor allem junge Menschen können sich mit dem Gedanken anfreunden, keine direkte Tilgung zu leisten, sondern stattdessen Anlageprodukte zu besparen. Auf diese Weise will man schneller schuldenfrei werden: Die Finanzinvestitionen sollen satte Renditen abwerfen, damit das Darlehen schneller als mit eine herkömmlichen Tilgung abgelöst werden kann. Allerdings geht diese Strategie nicht immer auf: Gerade wenn lange Zeit zu hohen Kursen eingekauft wird (was im Prinzip die letzten beiden Jahre der Fall war), macht sich ein solcher Kurssturz, wie wir ihn nun erlebt haben, stark bemerkbar. Immerhin verringert er die Eigenkapitalbasis sehr deutlich. Es kann Jahre dauern, bis man den Rückgang ausgesessen hat. Außerdem findet keine Tilgung statt: Der Restschuldbetrag wird nicht verringert, weshalb die Zinsbelastung ebenfalls nicht abnehmen kann.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share