Gleich zwei Parteien hatten sich die Einführung der Bürgerversicherung ganz groß auf die Fahne geschrieben – auch wenn dieses Thema im Wahlkampf eher gemieden wurde. Es ist die Rede von den Grünen und der SPD. Beide Parteien wollten das Gesundheitssystem grundlegend reformieren und somit große Änderungen herbeiführen.

Doch mittlerweile gilt es als unwahrscheinlich, dass die Bürgerversicherung kommt – zumindest nicht innerhalb der nächsten Legislaturperiode. Grund ist das starke Abschneiden von CDU und CSU. Zwar mögen die Schwarzen nicht mehr mit der FDP eine Regierung bilden können, doch der Einfluss bleibt stark genug. Die Partei führt sowohl mit den Grünen als auch der SPD Verhandlungsgespräche, um eine neue Regierung zu bilden. Die CDU dürfte darauf bestehen, dass die Bürgerversicherung kein Thema sein wird – und die beide Verhandlungspartner werden diesbezüglich mit hoher Wahrscheinlichkeit klein beigeben, denn keine der Parteien dürfte die Bürgerversicherung über die Möglichkeit stellen, Koaltitionspartner zu werden.

PKV-Versicherte können daher aufatmen, die private Krankenversicherung wird auch weiterhin existieren – zumindest dürfte deren Abschaffung nicht so schnell ein Thema sein. Zumal die Einführung einer Bürgerversicherung ohnehin einen äußerst unsinnigen Schritt verkörpern würde. Bereits mehrfach wurde hier im Blog deutlich gemacht, wie gering der Nutzen einer solchen Maßnahme wäre. Schließlich weiß die Bürgerversicherung lediglich mit ihrem Namen zu überzeugen, jedoch nicht ihrem Konzept.

Natürlich bleibt mit Spannung abzuwarten, wie sich die Einstellung von Grünen und SPD im Verlauf der nächsten Jahre ändern wird. Es könnte sein, dass die Bürgerversicherung auch in vier Jahren wieder ein großes Thema ist. Vielleicht werden die Pläne jedoch bis dorthin begraben, um somit den Weg für eine deutlich bessere Lösung frei zu machen.


 

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