Vor rund zwei Jahren sprachen sich SPD und Grüne lautstark für die Einführung der Bürgerversicherung aus. Im diesjährigen Wahlkampf scheint die geplante Umstellung der Krankenversicherung jedoch kaum eine Rolle zu spielen bzw. nur selten zur Wort zu kommen. In Anbetracht der Nachteile, welche die Bürgerversicherung mit sich bringt, ist dies keine Überraschung.

Schlussendlich ist die Bürgerversicherung nichts anderes als eine große Mogelpackung. Unter einem schönen Namen wird den Bürgern ein Versicherungssystem schmackhaft gemacht, dass schlussendlich keine Vorteile bietet. Im Wesentlichen bleibt das gegenwärtige System bzw. die gesetzliche Krankenversicherung bestehen. D.h. alles bleibt beim Alten – es gibt nur einen Unterschied: Die Bürger werden künftig stärker zur Kasse gebeten.

Auf der gesetzlichen Krankenversicherung lastet ein enormer Kostendruck. Weil die Kassen langfristig höhere Mittelzuflüsse benötigen, soll es die Bürgerversicherung richten. Sofern sie kommt – was eine schlechte Entwicklung für Deutschland wäre – müssen etliche Kassenmitglieder deutlich tiefer in die Tasche greifen. Denn nicht nur Einkünfte aus selbständiger sowie nicht-selbständiger Arbeit bilden dann die Bemessungsgrundlage zur Ermittlung der Versicherungsbeiträge. Andere Einkunftsarten sollen dann ebenfalls berücksichtigt werden. Wer beispielsweise Kapitalerträge (z.B. Zinseinnahmen) oder Mieteinnahmen erwirtschaftet, muss höhere Beiträge entrichten.

Zahlreiche Experten kritisieren vor allem die Tatsache, dass die Bürgerversicherung keine Optimierung des eigentlichen Systems zur Folge hat. Dieses gilt als sehr verstrickt mit vielen involvierten Parteien, wodurch hohe Kosten entstehen. Besser wäre es daher, die gesetzliche Krankenversicherung beizubehalten und diese in ihren Grundstrukturen zu optimieren. Die Einführung einer Bürgerversicherung würde am eigentlichen System nichts ändern und kann somit auch zu keiner Besserung führen.


 

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