Mit der im Jahr 2007 verabschiedeten Gesundheitsreform können sich die Anbieter von privaten Krankenversicherungen nur bedingt anfreunden: Aus ihrer Sicht wird es den Bürgern erschwert, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln. Außerdem halten es die PKV Anbieter für ungerecht, den Basistarif anbieten zu müssen. Aus diesem Grund haben sich 29 Versicherer zusammengeschlossen und Klage vor dem Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Das am vergangenen Mittwoch verkündete Urteil fiel für die Versicherungsunternehmen nicht wie erhofft aus: Was die Voraussetzungen für den Wechsel in die PKV wie auch den Basistarif betrifft haben die Richter zu Gunsten des Gesetzgebers entschieden. Somit behalten die Änderungen, die im Rahmen der letzten Gesundheitsreform verabschiedet wurden, weiterhin Gültigkeit.

Zum einen bedeutet dies, dass es den Basistarif weiterhin geben wird. Bei ihm handelt es sich um einen speziellen PKV Tarif, der letzten Endes mit der Gesetzlichen Krankenversicherung verglichen werden kann: Er bietet einen gleichwertigen Schutz und kann von jedem Interessenten abgeschlossen werden. Für die meisten Verbraucher ist der Basistarif jedoch nicht interessant, weil der monatliche Versicherungsbeitrag mit rund 570 Euro vergleichsweise hoch bemessen ist und somit fast dem Höchstbeitrag in der GKV entspricht.

Des Weiteren trägt das Urteil dazu bei, dass GKV-Mitglieder nicht mehr ohne Weiteres in die Private Krankenversicherung wechseln können. Es reicht nicht mehr aus, ein Jahresbruttoeinkommen von rund 48.000 Euro nachzuweisen – stattdessen muss dieses mindestens drei Jahre lang erzielt werden, damit ein Wechsel von der GKV in die PKV möglich ist. Gutverdiener müssen sich also damit abfinden, längere Zeit einen hohen Beitrag in der GKV zu entrichten, bevor gewechselt werden kann.


 

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