Das Internesse am Thema Immobilienerwerb hat deutlich angezogen: Es gibt immer mehr Privathaushalte, die sich wieder den Kauf von Wohneigentum zutrauen. Sofern man kaufen möchte, bedeutet dies in den meisten Fällen, eine Baufinanzierung abschließen zu müssen. Dies ist ein Thema, das leider häufig unterschätzt wird – besonders im Hinblick auf die Dauer einer Finanzierung.

Einem großen Teil der Interessenten ist lediglich viel daran gelegen, möglichst schnell eine Finanzierungszusage zu erhalten. Sobald die Zusage der Bank vorliegt und ein Darlehen mit niedrigem Zinssatz abgeschlossen wurde, verschwindet die Finanzierung aus dem Sinn. Dabei ist diese Vorgehensweise vollkommen falsch. Wie der Zinsexperte Max Herbst, von der FMH Finanzberatung im Interview mit „Focus Online“ deutlich macht, ist es gerade bei der privaten Baufinanzierung wichtig, die Langfristigkeit einer Finanzierung im Hinterkopf zu behalten.

Die meisten Bauherren und Immobilienkäufer benötigen rund 20 bis 30 Jahre, um ihre aufgenommenen Immobiliendarlehen vollständig zurückzuzahlen. Gerade in den ersten Jahren findet aufgrund des hohen Zinsanteils ein vergleichsweise geringer Darlehensabtrag statt. Folglich ist es umso wichtiger, die Tilgung nicht zu niedrig ansetzen. Wer jetzt eine Finanzierung mit niedriger Tilgung und kurzer Zinsbindung wählt, die gerade so getragen werden kann, geht ein hohes Risiko ein: Die Hypothekenzinsen könnten in den kommenden Jahren deutlich steigen, wodurch die später benötigte Anschlussfinanzierung zur Gefahr wird: Womöglich steigt die finanzielle Belastung zu sehr an, so dass es schwierig wird, die Finanzierung weiter zu tragen – im schlimmsten Fall droht der Verlust der Immobilie. Um dieses Risiko zu vermindern empfiehlt es sich, höhere Tilgungen und längere Zinsbindung zu wählen.


 

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