Der Verdacht, dass der SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die private Krankenversicherung ein Dorn im Auge ist, kommt in Anbetracht der Äußerungen und Gesetzesvorstöße aus dem Ministerium sicher bei vielen Verbrauchern auf. Allerdings hat Frau Schmidt in den letzten Jahren immer wieder eine verbale Zurückhaltung zu diesem Thema geübt und immer wieder versucht, Kritiker zu beruhigen. Allerdings scheint auch diese letzte Hürde gefallen zu sein, denn die Sicht der Gesundheitsministerin auf die PKV ist relativ düster. Das Ziel der Politik aus dem Gesundheitsministerium sei die Umgestaltung der Krankenversicherung in eine Bürgerversicherung. In diesem System müsste sich auch die private Krankenversicherung unterordnen und solle die Form, nur Besserverdienende aufzunehmen, auf Dauer fallen lassen.

Zumindest lassen die Äußerungen der Gesundheitsministerin aus den letzten Tagen genau diesen Schluss zu, was die langfristigen Pläne betrifft. Ob Frau Schmidt in den nächsten Jahren noch Gelegenheit hat, dieses Ansinnen wirklich in die Tat umzusetzen, bleibt abzuwarten, denn wie die Wahl in Sachsen vom letzten Wochenende gezeigt hat, sind die großen Parteien enorm unter Druck geraten. Daneben sollte auch die Unterstützung der privaten Krankenversicherung aus den Reihen der Politik nicht unterschätzt werden, denn wie das Beispiel des Wechselrechts nur zu deutlich gezeigt hat, können auch bereits gefasste Beschlüsse ohne Weiteres wieder gekippt werden.

Etliche Versicherte der GKV dürften so oder so mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung unzufrieden sein, denn durch die Verschärfung der Wechselbedingungen bleibt die private Vorsorge vielen Verbrauchern verwehrt. Und unter dem mangelnden Zustrom leiden am Ende auch die Versicherten der PKV, da sich die Verträge in absehbarer Zeit verteuern werden.


 

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