Wer sich vor 5 oder 10 Jahren für die private Krankenversicherung entschieden hat, wird sich in den letzten Jahren immer wieder über die Entscheidung gefreut haben. In Anbetracht der ständigen Leistungskürzungen für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und den steigenden Zuzahlungen konnten sich die Versicherten in der PKV immer noch entspannt zurücklehnen und die Annehmlichkeiten eines privaten Rundumschutzes genießen. Allerdings scheinen auch hier die fetten Jahre vorbei zu sein. Immer wieder lehnen die Versicherungsgesellschaften Arztrechnungen ab und überlassen es den Versicherten, die Kosten zu übernehmen. Für viele Unternehmen ist dies die einzige Möglichkeit, um erfolgreich den Rotstift anzusetzen.

Als Ursache für dieses Vorgehen lassen sich unterschiedliche Gründe anführen. Auf der einen Seite sind die Versicherungsgesellschaften Schuld an dieser Entwicklung, denn wer mit niedrigen Beiträgen in neue Tarife Kunden locken will und sich an dieser Stelle verkalkuliert, muss damit rechnen, dass irgendwann die finanziellen Mittel knapp werden. Ein weiterer Grund ist aber eher politischer Natur: in absehbarer Zeit wird sich die Einführung des Basistarifs auch auf die anderen Versicherten auswirken. Schließlich lassen sich die Forderungen aus Berlin nur dann in die Tat umsetzen, wenn alle Mitglieder der PKV ihren Teil dazu beitragen.

Daneben ist die allgemein angewandte Gebührenordnung inzwischen veraltet. Vor 20 Jahren in Kraft getreten ist sie schon lange nicht mehr auf dem neusten Stand und müsste dringend an die Erfordernisse der Zeit angepasst werden. Allerdings scheint eine Reform hier in nächster Zeit nicht in Sicht, die Politik hat im Moment mit anderen Problemen zu kämpfen. Wer sich als Kunde der PKV ungerecht behandelt fühlt, sollte sich auf jeden Fall beschweren und im Notfall auch an die zuständigen Schlichtungsstellen wenden.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share