Selten war ein Jahr für die private Krankenversicherung so turbulent wie 2008: Gerüchte über Auflösungserscheinungen, Gesundheitsreform, Basistarif und zu guter letzt die Mitnahme der Altersrückstellungen verunsicherten nicht Wenige. Neigt sich ein altes Jahr dem Ende zu, ist es automatisch an der Zeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Genau dies haben Vertreter der Branche und Experten auf der Fachmesse DKM in Dortmund versucht und sind zu einem recht positiven Ausblick gekommen. Zumindest was die kurz- bis mittelfristigen Zukunftsaussichten der privaten Krankenversicherung betreffen.

Branchenvertreter gehen davon aus, dass sich auch in den nächsten Jahren die PKV als Modell der Gesundheitsvorsorge behaupten wird, da nach eigener Aussage das Bedürfnis nach einer individuellen und persönlichen Gesundheitsvorsorge bei vielen Bürgern Deutschlands nach wie vor auf der Wunschliste ganz oben steht. Allerdings wurden im gleichen Atemzug aber Veränderungen angesprochen, was Marketing und Vertriebswege betrifft.

Statt nur auf einen günstigen Beitrag hinzuarbeiten, muss die Zukunft wesentlich stärker von einer qualitätsbezogenen Kommunikation zwischen Kunde und Versicherer geprägt werden. Zusätzlich werden in den kommenden Jahren auch die klassischen Makler umdenken müssen und sich immer stärker als Gesundheitsberater profilieren. Ob diesen Aussagen aber wirklich ein Imagewechsel folgen wird, bleibt abzuwarten. Ausschlaggebend für die Umsetzung dieser Ziele dürften wohl die realen Auswirkungen des Basistarifs und des Gesundheitsfonds in der GKV sein.

Aber nicht nur Vertreter einzelner Gesellschaften sind auf der DKM in Erscheinung getreten, auch Wissenschaftler haben sich zu Wort gemeldet. Wo die Branche aber in 5 oder 10 Jahren tatsächlich steht, darüber entscheidet auch die Politik mit ihrem Kurs. Und dieser hat in der Vergangenheit immer deutlicher in Richtung einer Einheitsversicherung mit zweifelhaftem Leistungsniveau gezeigt.


 

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