Wer in den letzten Monaten die Diskussion um die private Krankenversicherung aufmerksam verfolgt hat, wird sicher die Schlagzeilen zur 2-Klassen-Medizin in deutschen Wartezimmern noch deutlich vor Augen haben. Vor allem Mitglieder der GKV sahen sich durch die Untersuchungsergebnisse einer Studie bestätigt, wonach Privatversicherte einen deutlichen Vorteil im Bezug auf die Wartezeiten haben. Ärzte und die PKV haben dies natürlich bestritten und auf die Gleichheit der Patienten hingewiesen. Allerdings scheint jetzt eine andere Studie zu einem ähnlichen Ergebnis zu kommen, zumindest was die Wartezeit für einen Behandlungstermin betrifft. Ziel der Studie war die Befragung von Mitgliedern der privaten wie auch der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das Ergebnis dieser Untersuchung lässt keine großen Zweifel zu, denn tatsächlich scheinen Privatpatienten durch die Ärzte bevorzugt behandelt zu werden. So variieren selbst bei akuten Beschwerden die Wartezeiten zwischen den beiden Gruppen relativ stark. Während ein Mitglied der privaten Krankenversicherung sich bereits nach drei Tagen im Behandlungsraum wiederfand, mussten Patienten, die leider nur über eine gesetzliche Krankenversicherung verfügten, in der Regel acht Tage auf einen entsprechenden Termin warten. Allerdings ist bei Mitgliedern der GKV auch die Praxis weitverbreitet, direkt einen Arzt ohne vorherige Terminabsprache zu konsultieren.

Sehr große Unterschiede treten zwischen den beiden Versicherungstypen allerdings dann auf, wenn die gesundheitlichen Probleme nicht unbedingt akuter Natur sind. An dieser Stelle warteten Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung auch in der neuen Studie wesentlich länger als Privatpatienten. Eine der Hauptgründe für diese ungleiche Behandlung ist die unterschiedliche Gebührenpolitik, denn mit den PKV-Patienten erwirtschaften die Arztpraxen einen deutlich höheren Ertrag. Ein möglicher Ausweg aus dieser Situation bestünde in einer Angleichung der Gebührenordnung, was allerdings die gesetzliche Krankenversicherung verteuern würde.


 

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