Die Scheidungsquoten liegen seit einigen Jahren hoch: Ehen gehen immer häufiger und vor allem auch immer früher kaputt. Die Bereitschaft, sich scheiden zu lassen, ist mittlerweile sehr groß: Wenn es zu sehr kriselt, wird die Ehegemeinschaft aufgelöst. Mit der Scheidung an sich haben viele Paare überhaupt keine Schwierigkeiten. Allerdings kann sie enorme finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen und zum Nachteil von beiden Seiten sein. Das gilt besonders für den Verlust des Geldes, das ins Eigenheim gesteckt wurde. Kommt es zur großen Scheidungsschlacht, ist die Lage problematisch: In solchen Fällen landen Immobilien häufig in der Zwangsversteigerung, wodurch am Ende vergleichsweise wenig Kapital erlöst wird – unter Umständen reicht der Erlös noch nicht einmal aus, um die Finanzierung abzulösen, sodass ein Verlust entsteht.

Doch auch wenn Einigkeit herrscht und ein Objektverkauf erfolgen soll, haben es Scheidungswillige nicht leicht. Erst einmal müssen sie das Objekt nämlich veräußern und die Finanzierung verlassen können. Weil die meisten Immobiliendarlehen an eine Zinsbindung von mindestens zehn Jahren gekoppelt sind, kann ein vorzeitiger Ausstieg die Zahlung einer stattlichen Vorfälligkeitsentschädigung nach sich ziehen.
Gegen dieses Risiko können sich Immobilieneigentümer allerdings absichern. Zunehmend mehr Banken bieten bei Abschluss des Darlehensvertrags die Möglichkeit an, einen sogenannten Vorfälligkeitsschutz zu integrieren. Sollte ein vorzeitiger Objektverkauf erfolgen, kann die Finanzierung beendet werden, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird. Allerdings muss zuvor geprüft werden, ob der Schutz auch bei Scheidung gilt – einige Banken schließen diese Ursache nämlich aus.


 

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