Eigenheimbesitzer sind beim Eintritt in den Ruhestand vielen Untersuchungen zufolge vermögender als Mieter. Dies muss aber keinesfalls daran liegen, dass der Erwerb einer eigenen Immobilie im Vergleich zum lebenslangen Mietverhältnis – aus rein wirtschaftlicher Perspektive betrachtet – die bessere Wahl ist. Wer mietet, zahlt monatlich zunächst nämlich deutlich weniger als der, der kauft. Die eingesparten Gehaltsanteile können auf Sparkonten eingezahlt oder in Wertpapiere angelegt werden. Im Laufe der Jahrzehnte kommt so ein beträchtliches Vermögen zusammen – insbesondere, wenn mit dem Ersparten eine gute Rendite erzielt wird. Warum aber sind Eigentümer am Ende dennoch vermögender?

Die Antwort ist einfach: Wer laufend die Raten für seine Baufinanzierung aufbringen muss, ist gewissermaßen gezwungen, Vermögensaufbau zu betreiben. Mieter hingegen können in jungen Jahren mehr konsumieren – und tun dies in der Regel auch. Das neue Auto, ein exklusiver Urlaub oder andere Annehmlichkeiten gehen dann in der Praxis der Ersparnisbildung vor. Die selbsterzwungene Disziplin, die Eigentümer durch ihre Finanzierung haben müssen, fehlt den Mietern dann oft. Ist die Immobile dann abbezahlt, stehen möglicherweise wenige andere Vermögenswerte zur Verfügung – das Haus oder die Wohnung aber können mietfrei bewohnt werden, so dass das Auskommen im Alter gesichert ist.

Wer es sich zutraut, in einem Mietverhältnis zu leben und dennoch regelmäßig zu sparen, kann insgesamt jedoch besser fahren als der Eigentümer: Welche Variante die bessere ist, hängt letztlich von der Entwicklung der Immobilienpreise und der Mieten sowie von der Rendite ab, die mit Ersparten erzielt werden kann.


 

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