Die niedrigen Hypothekenzinsen erlauben es vielen Haushalten, vergleichsweise große Immobiliendarlehen aufzunehmen. Denn selbst bei hohen Darlehenssummen hält sich die Zinsbelastung in Grenzen. Da wundert es nicht, dass etliche Bauherren und Immobilienkäufer mit dem Gedanken spielen, möglichst das gesamte Vorhaben zu finanzieren. Teilweise wird sogar darüber nachgedacht, die günstigen Zinsen insofern zu nutzen, dass auch noch Inneneinrichtung oder Renovierung finanziert werden. Außerdem räumen viele Banken ihren Kunden die Möglichkeit ein, Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Grundbuchamt, Notar und Immobilienmakler) zu finanzieren.

Zunächst mögen all diese Möglichkeiten sehr verlockend wirken. Allerdings wird ein wichtiger Punkt in der anfänglichen Euphorie gerne vergessen: Der Darlehensbetrag muss wieder zurückgezahlt werden. Das Problem hierbei: Je höher der Darlehensbetrag bemessen ist, desto mehr Zeit nimmt die Rückzahlung in Anspruch. Erschwerend kommt hinzu, dass heutzutage vergleichsweise niedrige Tilgungssätze vereinbart werden. Nicht selten wird mit einer anfänglichen Tilgung von einem Prozent begonnen. Zwar wird die finanzielle Belastung dadurch niedrig gehalten, aber dafür findet auch fast kein Abtrag der Restschuld statt. Bei einer anfänglichen Tilgung von einem Prozent sind nach 10 Jahren (hier läuft auch meistens die Zinsbindung aus) gerade einmal 11 Prozent des ursprünglichen Darlehensbetrags zurückgezahlt.

Ein solch niedrige Rückzahlung ist riskant: Selbst nach vielen Jahren der Tilgung ist der Restschuldbetrag noch sehr hoch bemessen. Deshalb ist es immer gut, Eigenkapital einzusetzen. Hierdurch lässt sich die Rückzahlungsdauer maßgeblich verkürzen. Außerdem hat der Einsatz von Eigenkapital einen weiteren positiven Effekt: Der Zinssatz wird positiv beeinflusst bzw. verringert, was wiederum die Darlehensrate verkleinert oder eine höhere Tilgung zulässt.


 

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