Ferienimmobilien gelten aus Anlegersicht als vergleichsweise riskant. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die Objekte meist nur zeitweise ausgelastet sind und daher leicht Verluste entstehen können. Außerdem könnte die Eigennutzung ganz schnell zu einem ernsthaften Problem werden: Selbst wenn man nur wenige Tage im eigenen Objekt verbracht hat, könnte der Fiskus die Absetzbarkeit der Ausgaben (Zinsen, Steuern etc.) aberkennen.

Wie das Finanzmagazin Capital schreibt, hat sich genau das jedoch geändert. Wer die eigene Ferienimmobilie selbst nutzt, handelt nicht automatisch steuerschädlich. In Abhängigkeit von den jeweiligen Rahmenbedingungen ist es möglich, dass die Ausgaben trotz Eigennutzung steuerlich geltend gemacht dürfen. Es wird auf ein Gerichtsurteil aus Köln verwiesen, in dem das Gericht entschied, dass Eigentümer sehr wohl ein Anrecht darauf haben, ihre Ferienobjekte zu nutzen, ohne Angst vor steuerlichen Konsequenzen haben zu müssen. Dabei gelten allerdings Einschränkungen, die es sehr ernst zu nehmen gilt. Da wäre zunächst einmal die Dauer der Eigennutzung: Das Gericht hat festgelegt, dass die Obergrenze bei vier Wochen pro Kalenderjahr liegt. Ein weiterer Punkt ist der Zeitraum der Eigennutzung: Eigentümer sollten ihre Ferienobjekte auf gar keinen Fall während der Hauptsaison belegen. Von Ende März bis Ende Oktober bleibt man der eigenen Ferienwohnung oder dem Ferienhaus lieber fern. In der Zwischenzeit ist die Nutzung gestattet, weil die Objekte im Regelfall ohnehin leerstehen würden. Eine Ausnahme ist Weihnachten: Die Feiertage gelten als Saison, weshalb man lieber fortbleibt.

Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb eine kurzzeitige Eigennutzung durchaus gestattet ist. Für die Durchführung von Modernisierungsarbeiten dürfen Ferienimmobilien ebenfalls bewohnt werden.


 

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