Bereits seit Jahren wird nach einer neuen Krankenversicherungskarte gerufen. Die augenblicklich im Einsatz befindlichen Karten, wie sie von den Krankenkassen ausgegeben werden, können nicht besonders viel. Im Grunde beinhalten sie nur die wichtigsten Abrechnungsdaten, damit jeder Patient eindeutig zugeordnet werden kann.

Etliche Ärzte sprechen sich für die Einführung einer neuen Karte aus, um besser behandeln zu können. So wird beispielsweise gewünscht, weitere Patientendaten speichern zu können – damit sollen sich andere Ärzte besser über die Krankenhistorie eines Patienten informieren können. Außerdem könnte man eine entsprechende Karte auch zur Ausstellung von Rezepten verwenden.

Diese Pläne sollten mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) umgesetzt werden. Seit mehreren Jahren arbeiten Krankenkassen, Versicherer, Ärzte, Politiker und IT-Experten an der Entwicklung dieser Karte. Obwohl schon immens große Summen aufgebracht wurden, sind Fortschritte kaum ersichtlich. Außerdem kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen den beteiligten Parteien.

Schon im letzten Jahr kündigte der Verband der privaten Krankenversicherung an, über einen Ausstieg nachzudenken. Diese Drohung hat der Verband nun wahr gemacht. Gegen Ende der vergangenen Woche teilte Verbandsdirektor Volker Leienbach mit, dass die PKV aus dem Projekt aussteigen werde. Ein ausreichender Nutzen für die Versicherungsnehmer sei schlichtweg nicht gegeben – so in etwa lautet die Begründung des Verbands.

Für die elektronische Gesundheitskarte ist dies ein großer Rückschritt. Grund ist vor allem die Kostenbeteiligung der PKV: Einen dreistelligen Millionenbetrag hätten die Versicherer zum Projekt beigesteuert. Inwiefern die Entwicklung der Karte hierdurch beeinträchtigt wird, lässt sich nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass Privatpatienten vorerst nicht mehr mit der Karte rechnen sollten.


 

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