Viele Personen meinen, dass die globale Finanzkrise längst vergessen ist. Tatsächlich ist die Situation jedoch anders: Die extremen Niedrigzinsen gehen nahezu vollständig auf ihr Konto. Besonders Anleger bekommen dies deutlich zu spüren, da ihre Ersparnisse so gut wie keine Renditen erwirtschaften und somit von der Inflation bedroht werden.

Vor einigen Wochen begannen Wirtschaftsjournalisten damit, über eine mögliche Zinswende zu spekulieren. Der Zeitpunkt dieser Spekulationen schien genau richtig gewesen zu sein, denn am Mittwoch wurde von der US-Notenbank Federal Reserve eine sehr klare Nachricht signalisiert. Der FED Chef Bernanke kündigte an, die US-Anleihenkäufe im nächsten Jahr zurückfahren zu wollen.

Diese vergleichsweise harmlos klingende Mitteilung bedeutet, dass die USA ihre Gelddruckmaschinen wieder drosseln. Infolge können sich die Marktzinsen erholen, was mit Sicherheit nicht nur Folgen in den USA, sondern auch in Deutschland hat. In solch einem Umfeld könnte sich auch die Europäische Zentralbank deutlich leichter damit tun, die Marktzinsen wieder zu erhöhen.

Allerdings sollten sich Sparer nicht zu früh freuen, denn mit einem rasanten Zinsanstieg ist nicht zu rechnen. Außerdem wird die Zinswende nicht sofort eintreten, es kann noch gut ein bis zwei Jahre dauern, bis wirklich etwas passiert bzw. die Sparzinsen in Deutschland anziehen. Dementsprechend wäre es jetzt auch immer noch möglich, auf Festgelder zu setzen – nur die Zinsbindung sollte nicht zu lang gewählt werden.

Für potentielle Kreditnehmer verschärft sich hingegen der Druck. Vor allem wenn es um große Darlehensbeträge geht, sollte gehandelt werden. Zwar muss die Kreditaufnahme nicht überstürzt erfolgen, aber womöglich ist es sinnvoll, sie noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen. Besonders Bauherren und Immobilienkäufer sind gut damit beraten, die Chance zu nutzen, indem sie sich die aktuellen Niedrigzinsen sichern.


 

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