Wenn es darum geht, junge Menschen von einem Wechsel in die private Krankenversicherung abzuhalten, werden die meisten Krankenkassen sehr aktiv. Es wird viel argumentiert und vor allem auf die Familienversicherung verwiesen: Sollte sich Nachwuchs anbahnen, seien die Kinder in der GKV über die Familienversicherung abgesichert. Darunter ist zu verstehen, dass sie kostenfrei über ihre Eltern mitversichert sind. Würde man in die private Krankenversicherung wechseln, so müsste man die Kinder separat versichern, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.

Allerdings sind derartige Aussagen immer mit Vorsicht zu genießen, denn allzu oft kommt es auf den Einzelfall an. Sollte der Partner oder die Partnerin bereits privat krankenversichert sein, gilt dieses Argument nicht mehr. Sobald sich ein Elternteil in der privaten Krankenversicherung befindet, müssen die Kinder zwangsläufig privat versichert sein – der kostenfreie Schutz der Familienversicherung ist nicht zugänglich.
Dieses Prinzip wurde nun indirekt vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Eine gesetzlich versicherte Mutter hatte eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil ihre Krankenkasse keines der Kinder in die Familienversicherung aufnehmen wollte. Die Kasse verwies auf den Vater: Weil dieser privat krankenversichert ist, müsse man die Kinder zwangsläufig privat versichern.
Das Verfassungsgericht wies die Beschwerde der vierfachen Mutter ab, wodurch sich an der aktuellen Sachlage nichts ändert. Es bleibt dabei, dass Kinder privat versichert werden müssen, sollte sich ein Elternteil in der privaten Krankenversicherung befinden. Dementsprechend ist es umso uninteressanter, aufgrund der Nachwuchsplanung in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben – zumindest wenn der Partner oder die Partnerin bereits privat krankenversichert ist. Weil Versicherungskosten für den Krankenschutz der Kinder ohnehin entstehen werden, kannman mit gutem Gewissen in die PKV wechseln


 

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