Für manche Bauherren muss die Finanzkrise in den vergangenen Tagen wie ein Segen gewirkt haben: Erst sind die Kreditzinsen immer weiter auf Talfahrt gegangen und haben bei den fünfjährigen Baufinanzierungen bereits die wichtige Marke von 4,5% eff. Jahreszins nach unten durchbrochen. Zusätzlich hat die Bundesregierung nun ein Paket im Auge, um die Konjunktur in Deutschland zu stützen und vor den Auswirkungen der Finanzkrise zu bewahren.

Neben der Automobilbranche, die ja bereits seit einiger Zeit über einen stetigen Rückgang der Umsatzzahlen klagt, können sich auch bald Hausbesitzer über die Kapitalspritze aus Berlin freuen. Grund sind vor allem zwei Passagen des neuen 16-Punkte-Programms, mit welchem die Bundesregierung Arbeitsplätze retten will. Auf der einen Seite stehen zusätzliche drei Milliarden Euro für die CO2- Sanierung von Gebäuden und andere Modernisierungsmaßnahmen, welche von 2009 bis 2011 zur Verfügung gestellt werden sollen.

Wird in den nächsten Jahren der Umbau eines bereits bewohnten Eigenheims in Angriff genommen, dürfte die KfW-Bank also auch in Zukunft eine der ersten Anlaufstellen für frisches Kapital sein, zumal sich eine Grundschuld in diesem Zusammenhang kostenlos nachrangig ins Grundbuch eintragen lässt.

Auf der anderen Seite kennt jeder Bauherr hohe Handwerkerkosten, die auch nach dem Umzug ins eigene Haus hin und wieder anfallen. Was eine Modernisierung betrifft, können Hausbesitzer in Zukunft mit einer doppelten steuerlichen Absetzbarkeit von bis zu 1.200 Euro pro Jahr rechnen. Voraussetzung für diesen Geldsegen ist natürlich eine positive Abstimmung zum geplanten Konjunkturpaket. Genau an diesem Punkt beginnt aber das Dilemma der Politik, da in den Reihen des Kabinetts eine Kapitalspritze für die Realwirtschaft nicht von allen Fraktionen getragen wird.


 

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