Seit einigen Jahren werben Banken sehr intensiv für sogenannte Forwarddarlehen. Hierbei handelt es sich um Darlehen, die Anschlussfinanzierern die Möglichkeit einräumen, den Zinssatz ihres späteren Darlehens bis zu mehrere Jahre im Voraus zu sichern. Gerade in Zeiten niedriger Hypothekenzinsen lohnt es sich, diese Möglichkeit zu nutzen.

Allerdings gibt es derzeit viele Eigentümer, die sich darüber ärgern, ein Forwarddarlehen abgeschlossen zu haben. In den letzten Jahren sind die Hypothekenzinsen nämlich vergleichsweise günstig gewesen, sodass viele Darlehen zur Konditionssicherung abgeschlossen wurden. Allerdings sind die Hypothekenzinsen in den letzten Wochen besonders stark gefallen – wer gewartet hätte, könnte jetzt von noch besseren Konditionen profitieren.
Viele Personen, die sich die Konditionen für ihre Anschlussfinanzierung per Forwarddarlehen gesichert haben, stellen sich nun die Frage, ob sie aus ihren Darlehen wieder herauskommen. Doch leider ist eine solche Möglichkeit nicht gegeben. Selbst wenn ein Darlehen erst in einigen Jahren ausgezahlt wird, so ist dennoch ein rechtskräftiger Darlehensvertrag zustande gekommen. Die Bank wird sich weigern, einer Vertragsauflösung zuzustimmen, zumal sie das Darlehen selbst gegenfinanzieren musste. Wer mit seiner Bank gut verhandelt, kommt womöglich aus dem Vertrag heraus, muss allerdings eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung zahlen, weshalb es sich im Regelfall nicht lohnt, auszusteigen.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Forwarddarlehen eine schlechte Sache sei, ganz im Gegenteil: Sie bieten die Möglichkeit einer Zinsreservierung, die wiederum große finanzielle Sicherheit verspricht. Im Endeffekt kommt es nur auf den Zeitpunkt der Reservierung an. Außerdem muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass die Zinsmärkte fortlaufenden Änderungen unterliegen.


 

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