In den vergangenen Monaten sind nicht nur zunehmend Unternehmen aus der Finanz- und Autobranche unter die Räder gekommen, auch einige Währungen haben im Zuge der Wirtschaftskrise an Kraft verloren. Der zunehmende Druck, den Landeswährungen wie der Dollar oder das britische Pfund verspüren, wirkt sich für deutsche Immobilien- und Baufinanzierer positiv in Form des Fremdwährungsdarlehens aus – zumindest auf den ersten Blick. Denn obwohl einige Finanzberater und Vermittler ihren Kunden diese Form des Baugelds schmackhaft zu machen versuchen, dürfen die Risiken eines Fremdwährungsdarlehens nicht vernachlässigt werden.

Grundsätzlich profitieren Baufinanzierer an dieser Stelle von zwei Punkten. Nummer 1: Aufgrund einer „verbraucherfreundlichen„ Zinspolitik der Landesbanken in den betroffenen Währungsräumen sind Darlehen im Moment besonders günstig. Gerade die Zinssenkung der FED in den USA führt in einer Form zur Verbilligung von Krediten, auf die deutsche Baufinanzierer noch lange warten dürfen. So lässt sich dem Zinssatz der Eurozone ein Schnippchen schlagen. Vorteil Nummer 2 betrifft die Umrechnung Euro zu Zielwährung. Gerät etwa der US-Dollar weiter unter Druck und verliert an Wert, müssen die Kreditnehmer weniger tilgen (ein Darlehen von 100.000 US-Dollar verbilligt sich bei einem Anstieg des Euro um 1 Cent bereits um 1.000 EUR).

Aber trotz dieser Vorteile lohnt sich ein genauer Blick auf die Risiken des Fremdwährungsdarlehens. Grundsätzlich muss sich jeder Baufinanzierer die Frage stellen, ob die Zielwährungen überhaupt noch weiter sinken können oder doch langfristig mit einer Erholung zu rechnen ist. In letzterem Fall führt dies natürlich zu einer deutlichen Verteuerung der Baufinanzierung. Und wer Kredite mit flexiblen Zinsen aufnimmt, muss zusätzlich die Politik der Zentralbanken im Auge behalten. Eine Niedrigzinspolitik lässt sich schließlich nicht ewig aufrecht erhalten.


 

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