Schon seit Eintritt der globalen Finanzkrise ist der Wert des Schweizer Franken am Steigen. In den letzten Wochen hat die Schweizer Währung einen besonders starken Wertzuwachs erfahren: Zunehmend mehr Investoren flüchten aus US-Dollar und Euro – der Großteil der Gelder wird in Schweizer Frankren getauscht. Diese Entwicklung hat zu einer deutlichen Aufwertung geführt, die mittlerweile auch vielen Immobilieneigentümern ernsthafte Schwierigkeiten bereitet.

Betroffen sind Eigentümer, die sich bei der Immobilienfinanzierung für ein Fremdwährungsdarlehen entschieden haben. Die meisten Darlehen dieser Art, die von deutschen Bauherren und Käufern aufgenommen werden, lauten auf Schweizer Franken. Ursprünglich waren die Darlehen so beliebt, weil sie mit besonders attraktiven Zinssätzen punkten konnten – mittlerweile sind sie jedoch für zahlreiche Personen zu einem Finanzproblem geworden.

Weil die Darlehenskonten in Schweizer Frankren geführt werden, haben Darlehensnehmer aus Deutschland ein Problem: Sie müssen einen immer größere Beträge aufwenden, um die Darlehen zu bedienen. Für so manchen Darlehensnehmer wird es eng: Die Raten haben sich merklich verteuert, sodass es teilweise schon schwierig wird, das erforderliche Geld aufzuwenden. Das ist aber nicht das einzige Problem: In Euro umgerechnet sind die Restschuldbeträge gestiegen – teilweise liegen sie schon über den ursprünglichen Beträgen, die bei Darlehensabschluss galten.

Die betroffenen Darlehensnehmer müssen nun zusehen, wie sie durch diese Zeiten kommen. Vor allem wenn der Wertanstieg des Schweizer Franken anhält, dürfte es schwierig werden, das Darlehen fristgerecht zu tilgen. Eine Umwandlung in Euro ist nach Ablauf der Zinsbindung möglich. Allerdings könnte dies ein teures Vergnügen werden – womöglich ist es dann sogar sinnvoller, auf eine starke Erholung des Euro zu hoffen.


 

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