In der privaten Krankenversicherung gelten an vielen Stellen Spielregeln, die Mitgliedern der gesetzlichen Versicherung fremd sind. Zwar winken hier oft bessere Leistungen zu faireren Preisen, aber dafür muss auch mit einem komplizierten Aufnahmeverfahren gerechnet werden.

Dass die Versicherungsgesellschaften der PKV in diesem Rahmen zum Teil recht neugierig sind und über alle Vorerkrankungen in Kenntnis gesetzt werden wollen, ist dabei vielen Antragstellern bekannt. Schließlich dient die Krankenvorgeschichte als Grundlage der Beitragsberechnung und Risikoabschätzung für die Versicherungsgesellschaften. Wie weit der Wissensdurst aber am Ende wirklich geht, können Versicherte nur selten einschätzen. Selbst „Erkrankungen“, die eigentlich beschwerdefrei verlaufen und somit ohne Folgen für die finanzielle Lage der privaten Krankenversicherung bleiben, können für Betroffene durchaus ernst zu nehmende Folge nach sich ziehen, da verschwiegene Krankheiten – egal ob mit oder ohne Vorsatz – die Kündigung der PKV nach sich ziehen kann.

An dieser Stelle werden durch die Versicherungen auch erbliche Gendefekte als Krankheit gewertet, wie einzelne Fälle, die vor deutschen Gerichten landen, immer wieder beweisen. Dass es sich dabei auch um harmlose Veränderungen handeln kann, scheint bei den Unternehmen eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Mit genau diesem Thema darf sich auch in den nächsten Wochen die Bundesregierung beschäftigen, da im Herbst über einen Gesetzesentwurf entschieden werden soll, der genau diese genetischen Daten unter einen besonderen Schutz stellt.

Für die Vertreter der privaten Krankenversicherung bedeutet dies am Ende, das Daten aus dem Erbgut, welche Informationen über ein erhöhtes Krankheitsrisiko enthalten, wesentlich schwerer zu verwerten sind, als dies bisher der Fall gewesen ist. Damit lassen sich bestehende Gerichtsurteile zwar nicht mehr rückgängig machen, aber die Rechte der Versicherten in Zukunft besser schützen.


 

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