Ab Januar wird es in der gesetzlichen Krankenversicherung teurer. Die Regierung hat beschlossen, den Beitragssatz um 0,6 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent anzuheben, was sich auf die Beiträge spürbar auswirkt. Proteste der Kassenmitglieder helfen wenig, denn die Kassen sind auf die zusätzlichen Einnahmen angewiesen. Dies wird an den Zahlen deutlich, die vor wenigen Tagen vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht wurden.

Wie das Ministerium mitteilte, haben die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung in den ersten drei Quartalen dieses Jahres rund 131,3 Mrd. Euro an Einnahmen verzeichnen können. Diese Einnahmen reichen gerade so aus, um die Ausgaben zu decken, die mit 130,9 Mrd. Euro beziffert wurden. Der leichte Überschuss ist in unter anderem auf die Erhebung des Zusatzbeitrags zurückzuführen. Knapp eine halbe Milliarde Euro konnten die Krankenkassen auf diesem Wege zusätzlich einsammeln.

In einem Bericht der „Ärztezeitung“ ist zu lesen, dass die Krankenkassen keine großen Überschüsse mehr erzielen. Kassen wie die AOK oder die Barmer GEK hatten im vergangenen Jahr noch Rekordüberschüsse (weit mehr als eine Milliarde Euro) erzielt. Zwar werden diese Anbieter voraussichtlich auch in diesem Jahr einen Überschuss erwirtschaften, jedoch wird dieser bei Weitem nicht mehr so hoch liegen wie im letzten Jahr.

Den aktuellen Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums zufolge werden die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung trotz Beitragserhöhung auch im nächsten Jahr eine schwarze Null schreiben. Grund sind steigende Gesundheitskosten, mit denen sich die Krankenkassen konfrontiert sehen. Ohne Beitragserhöhungen und Medikamentenrabatt würden die Kassen ein sattes Minus von ca. neun bis elf Mrd. Euro erzielen. Für das Jahr 2011 werden noch höhere Krankenkosten erwartet.


 

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