In der vergangenen Woche wurden die Ergebnisse einer neuen Expertenstudie zur gesetzlichen Pflegeversicherung bekannt gegeben. Die Ergebnisse der Studie lassen nichts Gutes verhoffen. Wie das Wissenschaftliche Institut der privaten Krankenversicherung ermittelt hat, ist in den kommenden Jahren mit einem bedeutenden Kostenanstieg in der gesetzlichen Pflegeversicherung zu rechnen.

Augenblicklich beläuft sich der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung auf 1,95 Prozent. In 50 Jahren bzw. im Jahr 2060 könnte der Beitrag signifikant ansteigen: Um die Kosten im System decken zu können, könnte er auf bis zu 6 Prozent in die Höhe klettern. Für die Beitragszahler würde dieser Anstieg bedeuten, einen noch größeren Teil vom Einkommen abführen zu müssen. Zugleich würden auch die Ausgaben der Arbeitgeber deutlich steigen. Schließlich übernehmen Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags.

Die Studie wurde vom Verband der privaten Krankenversicherung in Auftrag gegeben. Wie Experten berichten, erfolgte die Erstellung der Studie nicht grundlos. Der Verband zielt darauf ab, die Regierung unter Druck zu setzen. Das Ziel der Versicherer ist es, dass die Regierung eine Ergänzung der Finanzierung vornimmt. Die reine Umlagefinanzierung soll um eine private Vorsorge ergänzt werden. Somit könnte langfristig für eine höhere Stabilität gesorgt werden.

Unmittelbare Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge haben Versicherungsnehmer derzeit jedoch nicht zu befürchten. Bisher wurden keine Veränderungen beschlossen. Vielmehr kann allen Bürgern nur dazu geraten werden, sich mit diesem Thema einmal näher zu beschäftigen bzw. sich über die Möglichkeiten einer privaten Pflegeversicherung zu informieren. Denn schon jetzt meinen zunehmend mehr Experten, dass die unzureichende Pflegeversicherung für viele Bürger im Alter zu einem Problem werden könnte.


 

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