Das deutsche Gesundheitswesen hat im Jahr 2007 Ausgaben in Höhe von 3070 Euro je Bürger benötigt, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dies teilte das statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind die Kosten somit um 7,8 Mrd. Euro bzw. 3,2 Prozent angestiegen. Der Anteil an der deutschen Wirtschaftsleistung ging jedoch gegenüber 2006 leicht um 0,2 Prozentpunkte von 10,5 Prozent auf 10,3 Prozent zurück. Dies erklärt sich jedoch vornehmlich durch das recht hohe nominale Wirtschaftswachstum in den Jahren 2006 und 2007.

Mit rund 145 Mrd. Euro vereinnahmte die gesetzliche Krankenversicherung den größten Anteil der Kosten auf sich. Die private Krankenversicherung gab rund 23,5 Mrd. Euro und damit eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr aus. Der Kostenanstieg indiziert, dass die Kostensituation im Gesundheitswesen weiterhin angespannt ist. Da die Kosten auch in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht sinken, die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung aber aufgrund steigender Arbeitslosigkeit zurückgehen werden, dürfte die gesetzliche Krankenversicherung schon bald größere Defizite verzeichnen. In einigen Jahren könnte dann eine deutliche Beitragserhöhung drohen.

Der Wechsel in die private Krankenversicherung könnte also schon bald schwerer werden: Um die Kosten zu decken, könnte die Bundesregierung eine Anhebung der Grenze zur Versicherungspflicht beschließen. Dann wäre vielen Arbeitnehmern, die heute noch problemlos in die PKV wechseln können, der Weg dorthin versperrt. Es lohnt sich also, über den Wechsel nachzudenken, auch wenn die GKV-Beiträge im Zuge des ersten Konjunkturpaketes zum ersten Juli zunächst von 15,5 auf 14,9 Prozent gesenkt werden.


 

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