In der Gesundheitspolitik ist die Gesundheitskarte schon seit langer Zeit ein großes Thema: Die neue Version der Versichertenkarte soll mit vielen neuen Funktionen aufwarten und somit aktiv dazu beitragen, noch bessere Behandlungen zu ermöglichen. Die Möglichkeit, die Krankengeschichte eines Patienten auf der Karte zu dokumentieren oder Rezepte elektronisch zu speichern, soll das Gesundheitssystem noch effizienter machen.

Doch leider verschlingt die Entwicklung dieser Karte immens hohe Gelder. Ursprünglich gingen Experten davon aus, dass sich die Entwicklung und Einführung der Gesundheitskarte auf rund 1,4 Mrd. Euro belaufen wird. Die Anbieter privater Krankenversicherungen, die sich durch den PKV Verband vertreten lassen, gehen inzwischen davon aus, dass mehr als 5 Mrd. Euro investiert werden müssen, damit die anvisierten Ziele erreicht werden können.

Aufgrund der erheblichen Mehrkosten haben die PKV Anbieter ihren Ausstieg aus dem Projekt bekannt gegeben. Wie „Focus Online“ berichtet, wird der PKV Verband vorerst aussteigen – der Verband sei zwar weiterhin an einer konstruktiven Lösung interessiert, doch die hohen Mehrkosten wolle man nicht übernehmen. Immerhin würden die PKV Anbieter rund sieben Prozent der Gesamtkosten tragen.

Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass Mitglieder der PKV keine Gesundheitskarte erhalten, sollte die Karte denn eingeführt werden. Doch wann deren Einführung kommen wird und welche Leistungen sie von Beginn an beinhaltet, ist wieder ein anderes Thema. Laut dem ARD Magazin „Monitor“ existiert ein Worst-Case Szenario der Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte), welches eine Einführung der Karte in acht bis zehn Jahren vorsieht. Demnach könnte also noch viel Zeit vergehen, bis die Gesundheitskarte tatsächlich kommt.


 

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