Das Gesundheitssystem war ein Bereich, den die neue Regierung möglichst schnell angehen musste, damit es nicht aus den Fugen gerät. Bundesgesundheitsminister Rösler hat sich dies nicht zweimal sagen lassen: Schon kurz nach Amtsantritt wurde bekannt, dass zahlreiche Änderungen angedacht sind. In den darauf folgenden Monaten kam es (nicht nur) in der Politik immer wieder zu hitzigen Diskussionen – und so mancher Bürger fragte sich, wie sich die ganze Sache letztlich entwickeln wird.

Inzwischen ist die Gesundheitsreform eine beschlossene Sache. Am Freitag konnte die Regierung ihre Gesetze und Gesetzesänderungen im Bundestag verabschieden, die damit demnächst in Kraft treten werden. Besonders die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung werden die beschlossenen Änderungen schon bald zu spüren bekommen.

Um die drohenden Finanzlöcher in der gesetzlichen Krankenversicherung auszugleichen, wird der Beitragssatz der Krankenkassen ab Januar von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht. Zugleich wurde der Spielraum für den Zusatzbeitrag vergrößert. Die Kassen sind im Bedarfsfall weiterhin dazu berechtigt, den Zusatzbeitrag zu erheben. Zugleich darf dieser nun höher ausfallen – letztlich können die Kassen über die Beitragshöhe frei entscheiden.

Allerdings wird es für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung wieder leichter, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Derzeit müssen Arbeitnehmer mit ihrem jährlichen Bruttoeinkommen über der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegen, die sich auf 49.950 Euro beläuft. Außerdem muss ein solch hohes Einkommen gleich drei Jahre in Folge erzielt werden. Ab dem nächstem Jahr gilt eine leicht niedrigere Grenze von 49.500 Euro und die Wartezeit wird deutlich kürzer ausfallen. Ein Jahr soll sie nur noch betragen – weil das entsprechende Gesetz von am 31. Dezember dieses Jahres in Kraft tritt, werden viele Kassenpatienten unmittelbar wechseln können.


 

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