Die Berechnung von Beiträgen innerhalb der Autoversicherung ist eine komplizierte Angelegenheit. Die Versicherer ziehen unzählige Daten heran, um somit eine Vielzahl an Risiko zu berücksichtigen. Bei den Daten handelt es sich oftmals um Schätz- und Erfahrungswerte, tatsächlich vom Fahrverhalten abgeleitete Daten hingegen nur selten. Dabei wäre es so möglich, Tarife wesentlich fairer zu kalkulieren und vor allem die Kraftfahrer zu entlohnen, die besonders sicher unterwegs sind.

Seit Jahren arbeiten daher Versicherer und Partnerunternehmen an der Entwicklung entsprechender Lösungen. Besonders in Großbritannien wurden große Fortschritte gemacht, dort werden so genannte Pay-As-You-Drive Versicherungen schon seit längerer Zeit angeboten. Die Versicherungsnehmer haben Telematik Boxen an Bord, die Fahrdaten an die Versicherer senden und so eine genaue Auswertung zulassen.

In Deutschland gibt es Tarife dieser Art ebenfalls, doch die Auswahl ist ungemein klein und etliche werden nur im Rahmen von Testprogrammen angeboten. Allerdings soll sich das noch in diesem Jahr ändern, denn die VHV hat angekündigt, selbst einen Telematik Kfz-Versicherungstarif anbieten zu wollen. Die Einführung ist noch vor der Wechselzeit im Herbst vorgesehen.

Mit ihrem neuen Tarif richtet sich die VHV vorrangig an Kraftfahrer, die eher viel unterwegs sind und daher hohe Beiträge entrichten. Ein Wechsel soll sich frühestens ab einem bisherigen Jahresbeitrag von rund 360 Euro lohnen. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass durch die Telematik Box zusätzliche Kosten entstehen, die sich auf rund 110 Euro belaufen. Lohnen soll sich der Tarif trotzdem, insbesondere wegen der besonders fairen Abrechnung. In Fachkreisen wurden bereits über eine mögliche Ersparnis gemunkelt, die sich auf bis zu 25 Prozent beläuft.

Ob Kfz-Versicherungen mit Telematik Tarifen den Durchbruch schaffen, bleibt weiterhin abzuwarten. Vor allem das Thema Datenschutz bereitet zunehmend mehr Verbrauchern Sorgen. Hierzu meint die VHV wiederum, dass die Daten mit größer Vorsichtig behandelt werden – unter anderem so, dass sich keine konkreten Bewegungsprofile ableiten lassen.

 

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