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Wer Grund und Boden in Deutschland erwirbt, muss nicht nur den Kaufpreis entrichten. Ergänzend fallen stattliche Nebenkosten an, insbesondere die Grunderwerbsteuer. Vor sieben Jahren galt in Deutschland noch ein einheitlicher Steuersatz, der 3,5 Prozent auf den Kaufpreis betrug. Die Regierung wollte den Wettbewerb zwischen den Bundesländern erhöhen und gestattete ihnen, die Steuersätze selbst zu bestimmen. Doch anstatt Senkungen vorzunehmen, kam es zu Erhöhungen.

Seither wurden insgesamt 26 Anpassungen vorgenommen, in den meisten Bundesländern werden heute deutlich mehr als die einsteigen 3,5 Prozent fällig. Spitzenreiter im Bundesvergleich sind NRW und das Saarland – beide Länder setzen beachtliche 6,5 Prozent fest. Für Käufer bedeutet dies, tiefer denn je in die Tasche greifen zu müssen.

Steuereinnahmen haben sich verdoppelt

Was Käufer und Bauherren ärgert, erfreut die Regierungen der einzelnen Länder umso mehr. Immerhin hat die Anzahl der Immobilienkäufe in den vergangenen Jahren stark angezogen und zugleich wurden höhere Steuersätze beschlossen. Als Folge profitieren die Länder gleich doppelt und nahmen Rekordbeträge ein. Vor wenigen Tagen hat das statistische Bundesamt über die Entwicklung der Ländereinnahmen durch die Grunderwerbsteuer informiert. Demnach war das vergangene Jahr zugleich das beste Jahr aller Zeiten. Satte 9,34 Mrd. Euro haben die Länder insgesamt eingenommen. Zehn Jahre zuvor betrugen die Einnahmen nicht einmal halb so viel.

Gegen diese Entwicklung können Bürger leider nichts unternehmen, sie haben keine andere Wahl, als die Grunderwerbsteuer zu entrichten. Besonders ärgerlich ist ein hohe Steuersatz besonders beim Immobilienerwerb mit wenig Eigenkapital. Je weniger Kapital im Rahmen der Beleihung anrechenbar ist, desto höher der Beleihungsauslauf – und der kann wiederum einen höheren Darlehenszins zur Folge haben.

Grund zur Freude haben letztlich nur Käufer, die Immobilien in Bayern oder Sachsen erwerben. Dies sind die letzten beiden Bundesländer, die noch nicht an der Steuerschraube gedreht haben und nach wie vor lediglich 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer berechnen.


 

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