Die Suche nach Grund und Boden, auf dem das Eigenheim entsteht, gestaltet sich nicht immer ganz so leicht. Ein Teil der angehenden Bauherren entscheidet sich deshalb für die Nutzung so genannter Erbbaugrundstücke. Gemeint sind Grundstücke, die nicht gekauft, sondern stattdessen langfristig gepachtet werden – Experten sprechen auch von der so genannten Erbpacht.

Zumeist werden entsprechende Grundstücke von Gemeinden oder der Kirche zur Verfügung gestellt. Die Zeiträume sind lang bemessen, es besteht somit kein Risiko, das Grundstück eines Tages wieder verlassen zu müssen. Üblich sind Zeiträume von 100 Jahren, sodass weder Eigentümer noch Pächter das Ende der Laufzeit erleben werden.

Weil jedoch kein Eigentum erworben wird, zweifeln einige Interessenten. Auf der einen Seite finden sie die Konditionen attraktiv, auf der anderen Seite werden sie nicht Eigentümer. Es ist daher nicht leicht, sich zu entscheiden. Zur Unterstützung bei der Entscheidungsfindung haben wir nachfolgend die wichtigsten Punkte zusammengetragen.

Lange Nutzungsdauer: Das Thema Nutzungsdauer wurde bereits angesprochen. Normalerweise laufen die Verträge so lange, dass man das Ende der Laufzeit nicht erlebt. Somit ist eine lebenslange Nutzung der Grundstücke gewiss.

Sicherheit in der Nutzbarkeit: Anders als bei der klassischen Vermietung oder Verpachtung wird dem Pächter eine uneingeschränkte Nutzbarkeit zugesichert. Der Eigentümer kann den Vertrag nicht aufgrund von Eigenbedarf oder ähnlicher Gründe kündigen.

Kein Kaufpreis erforderlich: Anders als beim klassischen Erwerb eines Baugrundstücks wird kein Kaufpreis fällig. Die anfängliche Kapitalbedarf ist daher geringer, was je nach Situation eine erhebliche finanzielle Belastung bedeuten kann.

Die genannten Punkte sprechen für die Grundstückspachtung. Doch es gibt auch Gegenargumente, die wir nicht vorenthalten möchten.

Langfristige Kosten: Der so genannte Erbpachtzins – die jährliche Rate für die Grundstücksnutzung – wird Jahr für Jahr auf das Neue fällig. Im Lauf der Zeit können sich die Zahlungen auf einen stattlichen Betrag summieren, sodass es unter Umständen doch günstiger gewesen wäre, eigenen Grund und Boden zu erwerben.

Eingeschränkte Vererbbarkeit: Der Pächter wird das Ende des Vertrags normalerweise nicht erleben, bei den Nachkommen sieht es jedoch anders aus. Die müssen sich womöglich eines Tages von Grund und Boden einschließlich des Gebäudes trennen.

Konsequenzen bei ausbleibender Pachtzahlung: Bleiben die Pachtzahlungen über längere Zeit aus, kann der Eigentümer eine Vertragsauflösung durchsetzen, sodass die Nutzungsrechte am Grundstück an ihn zurückfallen.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share