Immer wieder berichten die Medien über Einschnitte bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. Die Leistungen werden immer wieder gekürzt und Beiträge angehoben. Was lange Zeit nur ein Phänomen der GKV gewesen ist, verbreitet sich langsam aber sicher auch in der privaten Krankenversicherung. Immer mehr Gesellschaften versuchen einen Teil der Kosten auf ihre Mitglieder umzulegen. Was ist schuld daran, dass inzwischen auch dieser Teil des deutschen Gesundheitswesens so massiv unter Druck geraten ist?

Auf der einen Seite steht hier ganz klar der Kostenfaktor, denn die Versicherten werden immer älter. Diese Entwicklung ist zwar nicht neu, aber vor der Einführung der Gesundheitsreform konnten gerade ältere Mitglieder der PKV wieder unter den Schutzmantel der gesetzlichen Krankenversicherung schlüpfen. Seit dieses Schlupfloch nicht mehr existiert, sind die Kosten der privaten Gesellschaften in diesem Bereich spürbar angestiegen, was die Beitragsentwicklung natürlich negativ beeinflusst.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Zustrom von neuen Mitgliedern in die private Krankenversicherung. Durch die erschwerten Zugangsbedingungen hat das Neukundengeschäft einen starken Rückgang in den letzten Monaten erleben müssen. Die Versicherer gehen von Einbußen in einer Größenordnung von etwa 50% aus.

Daneben dürfte auch die Aussicht, ab 2009 in den günstigen Basistarif wechseln zu können, für viele Interessierte an der PKV ein Grund sein, warum sich das Warten lohnt. Allerdings profitieren die Versicherungsunternehmen nicht von dieser Entwicklung, denn der gesetzlich verordnete Tarif dürfte auf keinen Fall kostendeckend arbeiten. Die Kombination aus einer sinkenden Zahl an Neuverträgen und politisch veranlassten Mehrkosten wird langfristig wahrscheinlich dazu führen, dass die Beiträge stark steigen und die PKV für viele Verbraucher unerschwinglich wird.


 

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