Eine Baufinanzierung ist meist eine Entscheidung, die für eine lange Zeit bindet. Schließlich handelt es sich hier nicht um einen Kredit, der nach zwei oder drei Jahren getilgt ist und den Darlehensnehmer nicht weiter belastet. Im Gegenteil, die Rückzahlung der Kreditsumme zieht sich in der Regel über 15 oder 20 Jahre hin. Bei sehr hohen Summen und einer niedrigen Tilgungsrate lässt die Schuldenfreiheit noch länger auf sich warten. Leider können unvorhergesehene Ereignisse wie die Scheidung vom Ehepartner, der Verlust des Jobs oder gar der Tod des Partners bei der Unterschrift nicht vorhergesehen und somit auch nicht einkalkuliert werden.

Solch einschneidende Geschehnisse bringen den Baufinanzierungskunden meist in ernste Schwierigkeiten – schließlich fehlt ein Teil der Einnahmen, aus denen das Darlehen früher getilgt wurde. Wer sich in dieser Situation befindet, hat meist keine andere Wahl, der Baukredit muss gekündigt werden. Leider ist die deutsche Rechtsprechung in diesem Fall auf der Seite des Darlehensgebers. § 490 BGB sieht zwar ein außerordentliches Kündigungsrecht für den Fall vor, dass die Immobilie aufgrund eines berechtigten Interesses anders verwertet werden muss. Allerdings hat der Finanzierungskunde für den entstandenen Schaden aufkommen und ist zur Zahlung einer Vorfälligkeitsentscheidung verpflichtet.

Einige Banken räumen allerdings einen Schutz vor diesen Schadenersatzforderungen ein.
Leider sind solche Darlehen nur mit einem höheren Zins zu haben als herkömmliche Baufinanzierungen. Nur einzelne Kreditinstitute entlassen ihre Kunden in Härtefällen ganz ohne Regressansprüche aus ihren Verträgen. Wurde die Baufinanzierung dagegen mit einem flexiblen Darlehenszins abgeschlossen, kann der Kreditnehmer mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten aus dem Vertrag aussteigen und das ohne die Vorfälligkeitsentscheidung.


 

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