Die niederländische ING-Diba hat zu Beginn des Monats ihr Zinsmodell umgestellt. Die Konditionen für Baufinanzierungen richten sich nun stärker nach dem Eigenkapitalanteil, den der Darlehensnehmer aufbringen kann und tragen damit dem Risiko der Bank stärker Rechnung. Das Kreditinstitut erhebt Zinsaufschläge, wenn der Eigenkapitalanteil geringer ist als 50 Prozent. Bei einem Finanzierungsanteil zwischen 50 und 70 Prozent betragen die Aufschläge auf den gesamten Kredit 0,1 Prozent. Zwischen 70 und 85 Prozent werden 0,3 Prozent erhoben, bei 85 bis 95 Prozent sind es 0,6 Prozent und ab 95 Prozent Fremdkapitalanteil wird ein Zinszuschlag in Höhe von einem vollen Prozentpunkt erhoben.

Der neue Verzinsungs-Modus ist beispielhaft für das Verhalten vieler Banken. Immer mehr Geldhäuser tendieren dazu, ihre Darlehen gemäß dem Risiko zu bepreisen. Der Trend findet seine Ursache in der Finanzkrise: Die Banken sind nicht mehr bereit Risiken einzugehen und versuchen ihre Bilanzen zu entlasten. Für alle die in die eigenen vier Wände einziehen möchten gilt deshalb, dass so viele Eigenmittel wie irgendwie möglich angespart werden sollten. Angesichts der steil ansteigenden Preiskurve bei hohen Beleihungsausläufen kann es sich lohnen, einige Jahre länger zur Miete zu wohnen und zusätzliches Eigenkapital anzusparen.

Es ist damit zu rechnen, dass sich die von der ING-Diba eingeschlagene Tendenz in der gesamten Finanzierungslandschaft ausbreiten wird. Umgehen können angehende Eigentümer die Zinsaufschläge allerdings, wenn sie ihrer Bank ein nachrangiges Darlehen präsentieren. Ein solches ist zum Beispiel bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau erhältlich: Bis zu 100.000 Euro können ohne Preisaufschlag nachrangig finanziert werden.

 

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