In den vergangenen Jahren ist es einigen Krankenkassen gegangen, satte Überschüssen einzufahren, sodass sie mittlerweile auf Reserven in Milliardenhöhe sitzen. Allerdings könnten diese Gelder sehr schnell aufgebraucht sein, denn die Mitglieder kosten die Kassen richtig viel Geld. Ein großes Thema ist das Krankengeld: Ist ein Arbeitnehmer längere Zeit krank, wird die Lohnfortzahlung nicht mehr vom Arbeitgeber übernommen, stattdessen springt die Kasse ein.

Doch genau diese Zahlungen gehen ganz schon in das Geld und zehren an den Reserven der Kassen. Dementsprechend wird bei entsprechenden Meldungen immer genauer hingesehen. Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet dies häufig, dass sie den Medizinischen Dienst der Kassen (MDK) aufsuchen müssen. Dort werden sie gesondert untersucht: Es soll eine ergänzende Untersuchung stattfinden, in deren Rahmen geprüft wird, ob tatsächlich eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

Mit ihren Urteilen sind die Prüfer sehr hart. Wie eine aktuelle Auswertung der MDK Daten des vergangenen Jahres zeigt, wurden gut 230.000 Ablehnungen ausgesprochen, d.h. den Betroffenen wurde mitgeteilt, sie seien nicht arbeitsunfähig und müssten daher wieder arbeiten gehen. Für die Betroffenen ist dies oft ein großer Schock, schließlich wurden sie von ihren Ärzten nicht grundlos krank geschrieben.

Eine Lösung für dieses Problem scheint nicht in Sicht zu sein. Ganz im Gegenteil: Angesichts der steigenden Kosten im Gesundheitswesen ist davon auszugehen, dass die Kassen in den kommenden Jahren noch genauer hinsehen. Wer länger krank ist und daher nicht arbeiten kann, sollte damit rechnen, dass eine Untersuchung beim MDK ansteht.

Zumal dies längst nicht die einzigen Probleme der Kassen sind. Experten kritisieren die zunehmenden Sparmaßnahmen der Kassen. Immer häufiger werden beispielsweise Reha-Maßnahmen nicht bezahlt, stattdessen erfolgt das Abschieben in Pflegeeinrichtungen – dann müssen die Kosten nämlich von einem anderen Träger übernommen werden.

 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share